Ärzte Zeitung, 16.04.2015

Bei Kindern

Appendizitis mittels Ultraschall erkennen

BERLIN. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt eine Sonografie um Bauchschmerzen bei Kindern auf den Grund zu gehen. Mittels Sonografie lasse sich eine mögliche Appendizitis diagnostizieren ohne die Patienten mit Schmerzen oder Strahlen zu belasten.

Entscheidend sei dabei die Qualifikation des Kinderarztes, teilt die DEGUM mit. Mit modernen Geräten könnten Experten bei mindestens neun von zehn Kindern mit 95-prozentiger Sicherheit feststellen, ob eine Appendizitis vorliegt.

"Eine so hohe Erfolgsrate gelingt allerdings nur in Kliniken, in denen der Ultraschall durch qualifizierte Kinderspezialisten durchgeführt wird", wird Professor Michael Melter, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Regensburg.

Was passiert, wenn der Untersucher nicht ausreichend qualifiziert ist, zeige sich am Beispiel der USA: Dort würden so viele Appendizitiden falsch positiv diagnostiziert, dass bis zu 40 Prozent der Operationen unnötigerweise durchgeführt werden. Umgekehrt würden 30 Prozent der drohenden Perforationen nicht rechtzeitig erkannt. (eb)

[12.05.2015, 09:28:55]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
die 95% durch "Ultraschall" sind ein Märchen!!!
Bitte bei Verdacht sofort einem Chirurgen vorstellen, der operiert mit Sicherheit NICHT jeden Bauch.
Nur ist eine Verspätung der erforderlichen Op immer eine ernsthafte Risikoerhöhung.
Deshalb werden akute Blinddärme auch heute noch nachts operiert. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »