Ärzte Zeitung, 21.01.2009

Impfung senkt die Meningitis-Inzidenz

Weniger Hirnhautentzündungen durch Pneumokokken-Bakterien / Erreger-Serotypen leicht verschoben

PITTSBURGH (hub). Die Pneumokokken-Impfung von Säuglingen und Kleinkindern hat in den USA die Zahl von Hirnhautentzündungen durch die Bakterien um ein Drittel reduziert. Auch ungeimpfte Senioren haben massiv profitiert.

Indirekte Effekte der Pneumokokken-Impfung von Säuglingen und Kleinkindern: Auch Senioren profitieren von der Impfung.

Dass die geimpften Säuglinge und Kleinkinder durch die Impfung geschützt sind, verwundert nicht. Bei ihnen ging die Zahl von Meningitiden um 64 Prozent zurück. Doch auch bei den nicht-geimpften Senioren machten sich positive Effekte bemerkbar, wurden die Meningitis-Inzidenzen von 1998 und 1999 aus der Vorimpfzeit mit denen der Impfzeit (2004 und 2005) verglichen. Hier wurde ein Rückgang der Hirnhautentzündungen durch Pneumokokken um 54 Prozent registriert, berichten Dr. Heather E. Hsu von der Uni Pittsburgh in den USA (NEJM 360, 2009, 244).

Der Grund: Die geimpften Kleinkinder übertragen weniger Erreger. Insgesamt ist die Meningitis-Inzidenz durch Impfung mit der 7-valenten Pneumokokken-Konjugat-Vakzine (in Deutschland als Prevenar® erhältlich) von 1,13 auf 0,79 pro 100 000 Einwohner und Jahr gesunken, das entspricht 30 Prozent.

Auf der anderen Seite hat es eine Zunahme der Meningitis-Inzidenz bei Pneumokokken-Serotypen gegeben, die nicht im Impfstoff enthalten sind: Sie stieg von 0,32 auf 0,51 pro 100 000 Einwohner, das entspricht einer Zunahme um 61 Prozent. Zum Vergleich: Die Inzidenz der sieben Serotypen des Impfstoffs ging von 0,66 auf 0,18 zurück.

Insgesamt bewerten die Studienautoren die Daten positiv, weisen jedoch auf die Verschiebung der Serotypen hin. Mit solchen Effekten hatten viele Experten gerechnet. Die Verschiebung ist bisher jedoch eher moderat, werden die absoluten Zahlen betrachtet. Hier könnten zudem neue Impfstoffe mit zusätzlichen Serotypen das Einfallstor für die Erreger schließen. Solche Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung, etwa eine 13-valente Vakzine des Unternehmens Wyeth Pharma. Mit solchen Impfstoffen könnte auch dem Problem der Antibiotika-Resistenzen besser begegnet werden.

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