Ärzte Zeitung, 22.05.2013

hkk Krankenkasse

Immer mehr MRE-Infektionen in Bremen

BREMEN. Der Anteil der Versicherten der hkk Krankenkasse, die sich in Bremer Krankenhäusern und dem Umland mit multiresistenten Krankheitserregern (MRE) infiziert haben, ist zwischen 2007 und 2011 von 3,1 auf 6,3 Prozent gestiegen.

Die Kasse hatte das Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG) für ihren aktuellen Gesundheitsreport mit einer Untersuchung beauftragt. Grundlage sind Routinedaten aus Krankenhausabrechnungen von hkk-Versicherten zwischen 2007 und 2011 gewesen.

Danach stieg die Zahl der MRE-Infektionen von 271 im Jahr 2007 auf 619 Fälle im Jahr 2011.

Damit habe sich auch der Anteil der MRE-Infektionen an allen Krankenhausfällen in fünf Jahren von 0,465 auf 0,941 Prozent mehr als verdoppelt, hieß es. Knapp die Hälfte der infizierten Patienten seien zwischen 70 bis 89 Jahre alt gewesen, hieß es.

Neue Hygiene-Kultur gefordert

Keine Erklärung hat nach eigenen Angaben Studienautor Dr. Bernard Braun dazu, warum der Anteil von Komplexbehandlungen als Folge von MRE-Infektionen im gleichen Zeitraum von 58 auf 42 Prozent gesunken ist.

Dieses Ergebnis sei "überraschend". Denn eigentlich ziehen MRE-Infektionen hohe Folgenkosten nach sich - etwa durch längere Liegezeiten der Patienten, Personal- und Sachkosten für qualifiziertes Hygienepersonal, Isolier- und Sanierungsmaßnahmen oder Schutzkleidung.

Die Kasse forderte eine neue Hygienekultur in den Kliniken mit neuen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Vorbild seien Skandinavien und Holland. (cben)

[22.05.2013, 08:46:55]
PD Dr. Michael Probst-Kepper 
MRSA, MRE, Besiedlung nicht gleich Infektion
Im Orginal liest man "Damit hat sich auch der Anteil der MRE-Infektionen an allen Krankenhausfällen in fünf Jahren von 0,465 auf 0,941 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anteil der MRSA-Infektionen stieg von 0,299 auf 0,526 Prozent. Zu 65,6 Prozent handelte es sich dabei um MRSA-Infektionen, die ohne Krankheitssymptome verliefen."
D.h. es gab den Nachweis einer Besiedlung also keiner Infektion. Diese Meldung ist entsprechend unsachlich. Wer Daten erhebt und auswertet, sollte dies kompetent tun. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »