Ärzte Zeitung, 30.06.2006

Mit topischer Therapie gegen Candida africana

BERLIN (hsr). Für Patienten mit Hautmykosen, auch solchen, die durch exotische Erreger wie Candida africana verursacht werden, hat sich das topische Antimykotikum Bifonazol als sehr wirksam erwiesen. Es ist nach Daten einer Studie oralen Pilzmitteln mindestens ebenbürtig.

Über dieses Ergebnis hat Professor Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin berichtet. Der Mykologe hat die Empfindlichkeit von Candida-africana-Stämmen auf die topische Substanz Bifonazol geprüft, die antimyzetisch breit gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze wirksam ist, sowie auf die oralen Antimykotika Fluconazol und Itraconazol ("Pharmazeutische Zeitung" 150, 194).

Der erst vor wenigen Jahren in Afrika entdeckte Hefepilz Candida africana - ursprünglich als Erreger von Genital- und nun auch von Hautmykosen - wird nach Angaben von Tietz zunehmend in Europa nachgewiesen. Inzwischen stufe die Bundesanstalt für Arbeitssicherheit den Pilz seit kurzem - ebenso wie Candida albicans - in die höchste Gefahrenklasse der in Deutschland endemischen Pilzerreger ein, nach deren Kontakt eine Erkrankung als sehr wahrscheinlich gilt.

In der Studie sind 24 Sproßpilz-Isolate von Candida-africana-Stämmen aus Madagaskar, Angola, Berlin und Warschau getestet worden. Alle Isolate reagierten, wie Tietz herausgefunden hat, ähnlich sensibel auf das Azolderivat Bifonazol wie auf Fluconazol. Gegen Itraconazol hingegen waren einige Isolate resistent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »