Ärzte Zeitung, 20.05.2009

Was am neuen H1N1-Virus anders ist

Von Schweinegrippe sind mehr jüngere Menschen betroffen als bei einer saisonalen Influenza. Auch die Symptome unterscheiden sich: Jeder Vierte hat Erbrechen oder Durchfall.

Neues H1N1-Virus: Junge Menschen erkranken leichter als Senioren.

Foto: CDC

Von Michael Hubert

Etwas mehr als ein Viertel der in den USA durch das neue H1N1-Virus Erkrankten hat gastrointestinale Symptome anstatt der üblichen respiratorischen. "Das ist ein wichtiger Befund, der weiter beobachtet werden muss", sagt Anne Schuchat von den US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC). An Schweinegrippe - auch Neue Grippe oder Mexikanische Grippe genannt - erkrankte Kinder haben häufiger Durchfall und Erbrechen als Erwachsene. "Es gibt eine Reihe von Beobachtungen, denen Forscher jetzt nachgehen."

Unterschiede gebe es auch in den Übertragungsraten. "Unter 18-Jährige bekommen eher eine Infektion als Ältere, wenn sich im Haushalt ein Erkrankter durch das neue H1N1-Virus befindet. "Die Übertragung des Virus auf Jüngere scheint leichter zu gehen", so Schuchat. "Unsere Arbeitshypothese dafür ist, dass ältere Menschen einen gewissen Schutz gegen das neue H1N1-Virus haben, weil sie in der Vergangenheit Kontakt zu einem verwandten Virus hatten." Das sei jedoch bisher durch Labortests noch nicht bestätigt worden.

Der andere Erklärungsansatz: Kinder und Jugendliche haben mehr Kontakte untereinander als Senioren. Darum verbreite sich das Virus in der jüngeren Bevölkerung schneller als bei Älteren. Diese Altersgruppen würden vom Virus dann nur mit einer gewissen Verzögerung erreicht. Und drittens könne es sein, dass Kinder und Jugendliche aus bisher nicht geklärten Gründen länger infektiös seien und deshalb das Virus - in ihrem sozialen Umfeld - über längere Zeit verbreiten können.

"Es ist ungewöhnlich, dass so viele Menschen unter 20 Jahren im Krankenhaus versorgt werden müssen, einige davon sogar auf Intensivstationen", sagt Schuchat. Bisher gebe es jedoch keine harten Belege für bakterielle Pneumonien als Komplikation einer Schweinegrippe. Solche Komplikationen wurden im Zusammenhang mit der Spanischen Grippe diskutiert. Einige Experten fordern daher, die Pneumokokken-Impfung in die Pandemiepläne aufzunehmen (wir berichteten).

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

[22.05.2009, 07:09:53]
Wilfried Soddemann 
H1N1 in Erbrochenem und im Durchfall
Unstreitig verbreitet sich die Schweinegrippe sekundär von Mensch zu Mensch. Schweinegrippe ist weit verbreitet. Schweinebestände sind, wie in Fachkreisen bekannt ist, jahreszeitlich unterschiedlich mit 40% (Sommer) bis 90% (Winter) mit Influenza durchseucht, auch in Deutschland.

Aber: 8.000 bis 11.000 Influenza-Tote je winterliche Influenza-Saison gibt es nicht. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland so gut wie keine labordiagnostisch nachgewiesenen Grippe-Toten. Der Schnelltest kostet rund 15 Euro und kann in jeder Arztpraxis innerhalb von 20 Minuten durchgeführt werden.

Die Influenza kann durch kaltes Trinkwasser primär ausgelöst werden. Menschen scheiden das neue H1N1 Schweinegrippevirus mit Erbrochenem und Durchfall aus. Tiere verschmutzen durch Fäkalien und mit ihren Ausscheidungen aus Nase und Maul bzw. Schnabel das Wasser. Oberflächen-, Quell- und Grundwasser sind mit Viren belastet. Viren bleiben im kalten Wasser lange ansteckend. Deshalb tritt die Influenza bei uns überwiegend im Winter auf. Die sehr kleinen Viren werden im herkömmlichen Wasserwerk nur unvollständig gefiltert. Chlorung z.B. bringt wenig, weil Viren im Wasser verklumpt vorkommen und deshalb von den herkömmlichen Desinfektionsverfahren nicht vollständig erreicht werden. Alle Menschen haben Kontakt zum Trinkwasser. Trinkwasser muss frei von Viren sein.

soddemann-aachen@t-online.de
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren
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