Ärzte Zeitung, 15.06.2009

Kommentar

Jetzt aufstellen: Pandemieplan!

Von Michael Hubert

Jetzt wird's aber höchste Zeit, zu investieren. Nein - nicht in Aktien von Unternehmen, die Neuraminidasehemmer oder Impfstoffe herstellen. Sondern in den eigenen Pandemieplan.

Wer jetzt noch keine Regeln für den Fall der Fälle aufgestellt hat, sollte schnell handeln. Bisher meint es das neue H1N1-Virus gut mit uns Deutschen: Die Infektionszahlen sind niedrig, die Erkrankungen verlaufen moderat. Das kann sich ändern, deshalb müssen jetzt Verhaltensregeln festgelegt und gelernt werden.

Dazu gehört als erstes: Hände oft waschen oder desinfizieren. Und: Hände gehören nicht ins Gesicht. Schmierinfektionen sind ein Hauptübertragungsweg. Einfache Masken schützen kaum davor, sich anzustecken. Aber: Sie sind ein Akt der Höflichkeit. Denn sie schützen davor, dass man andere ansteckt. Deshalb gibt es in Japan in jedem Winter in der U-Bahn Massen von Menschen mit Masken. Japaner sind eben höflich.

Geplant werden muss auch: Wohin kommen Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe? Wer kümmert sich um sie - und vor allem wie? Also: Sind Schutzmasken, -brillen und Kittel vorhanden, und wo? Alles, was jetzt nicht festgelegt und geübt wird, geht im Fall des Falles in die Hose. Noch meint es das Virus gut mit uns.

Lesen Sie dazu auch:
"Wir bereiten uns auf alles vor"
Zuversicht bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen H1N1
Grippe-Impfung schützt nicht vor neuer Grippe
Pandemiestufe 6 - Signal für noch mehr Vorbereitung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »