Ärzte Zeitung, 05.07.2009

Fünf Labormitarbeiter erkranken an Schweinegrippe

Mitarbeiter haben nicht mit neuem H1N1-Virus gearbeitet / Ursache der Ansteckung noch ungeklärt

DRESDEN (dpa). An der Uniklinik Dresden sind fünf Labormitarbeiter an Schweinegrippe erkrankt. Einen entsprechenden Bericht der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" bestätigte Klinikum-Sprecher Holger Ostermeyer.

Der Krankheitsverlauf sei in allen Fällen jedoch leicht, so dass sich die Betroffenen zu Hause auskurieren könnten. Sie arbeiten alle am Institut für Mikrobiologie, Hygiene und Virologie der Medizinischen Fakultät. Es wird vermutet, dass die Infektion von einer Laborantin ausging, die aber beruflich keinen Kontakt mit Viren oder erkrankten Patienten hatte. An dem Institut werden Schnelltests für Schweinegrippe ausgewertet. "Die Frau hat sich nicht infiziert, indem sie mit den Viren oder den Tests zu tun hatte. In dem Institut wird kein Virenstamm aufbewahrt", sagte Ostermeyer der Deutschen PresseAgentur dpa. Das Institut werte lediglich die Schnelltests aus. Die Patienten selbst würden sich nicht in dem Gebäude, sondern im Klinikum vorstellen. "Die Frau hatte keinen Kontakt zu Patienten. Es ist völlig offen, wo sie die Infektion herhat." Insgesamt sind an dem Institut 72 Mitarbeiter beschäftigt. Der Alltag wurde so organisiert, dass die Mitarbeiter möglichst wenig zusammentreffen.

Die WHO hat weltweit bislang etwa 93.700 bestätigte Erkrankungen durch das neue H1N1-Virus und etwa 400 Tote gezählt. Unterdessen wurden bei Schweinegrippe-Patienten in Hongkong, Japan und Dänemark erste Resistenzen gegen das Grippemittel Tamiflu beobachtet. Die Gesundheitsbehörden nannten die Einzelfälle jedoch nicht beunruhigend. WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan sagte, das Virus sei derzeit zwar nur moderat gefährlich, die Weltgemeinschaft habe die Pandemie jedoch noch nicht im Griff. Angesichts des beginnenden Winters auf der Südhalbkugel hatte die WHO vor allem die Menschen dort zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Argentiniens Gesundheitsminister Juan Luis Manzur schätzt die Zahl der Schweinegrippefälle in seinem Land mittlerweile auf 100 000.

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