Ärzte Zeitung, 13.07.2009

Neues H1N1 verdrängt zum Teil schon saisonale Erreger

In Chile haben praktisch alle Influenza-Erkrankten das neue H1N1-Pandemie-Virus.

Von Thomas Müller

Neues H1N1 verdrängt zum Teil schon saisonale Erreger

Foto: GSK/www.fotolia.de

Die nächste Grippesaison in Europa dürfte spannend werden: Mit welchen Erregern wir es dann zu tun haben, entscheidet sich zurzeit auf der Südhalbkugel. Dort hat jetzt die Influenza-Saison begonnen, und parallel zu den bekannten Influenzastämmen breitet sich auch das neue H1N1-Virus aus. In einigen Ländern hat das Pandemie-Virus die alteingesessenen Influenzastämme offenbar schon verdrängt.

Wie der WHO-Vizegeneraldirektor Dr. Keiji Fukuda auf einer Pressekonferenz erläuterte, wird bei Influenza-Analysen in Chile zu 99 Prozent das neue Virus isoliert. In Australien zirkulieren dagegen sowohl das neue H1N1 als auch ein saisonales H3N2-Virus, im Süden Afrikas wird das neue Virus - von der WHO inzwischen H1N1/09 getauft - dagegen bislang noch recht selten isoliert. Hier dominieren saisonale Erreger. "In etwa einem Monat werden wir ein klareres Bild von der Lage haben", so Fukuda. "Dann sehen wir auch, ob sich das neue Virus weiter auf der Südhalbkugel verbreitet und ob es die saisonalen Viren in vielen oder nur in einigen Ländern verdrängt".

Solche Verdrängungen gibt es bei Pandemien regelmäßig. So waren die Nachfolge-Erreger der verheerenden Pandemie von 1918 - ebenfalls H1N1-Stämme - noch bis ins Jahr 1957 aktiv, wurden während der "Asiatischen Grippe" aber durch H2N2 ersetzt. Dieser Stamm musste dann bei der "Hongkong-Grippe" 1968 einem H3N2-Stamm weichen. 1977 tauchte mit der "Russischen Grippe" wieder der altbekannte H1N1-Stamm auf, der bis heute mit H3N2 als saisonaler Erreger koexistiert.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »