Ärzte Zeitung, 20.07.2009

Grippe-Impfung kostet 600 Millionen Euro

BMG-Entwurf definiert Risikogruppen / Kassen sollen Patienten informieren

Grippe-Impfung kostet 600 Millionen Euro

NEU-ISENBURG (bee). Die geplante Schweinegrippe-Impfung von 22,5 Millionen Menschen in Deutschland wird etwa 600 Millionen Euro kosten. Das geht aus dem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Laut der Verordnung des BMG sollen zunächst Patienten mit chronischen Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf- sowie Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes, Adipositas, MS und HIV-Infektionen geimpft werden. Schwangere sowie Beschäftigte in Arztpraxen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Apotheken und Rettungsdiensten gehören ebenfalls zur Risikogruppe. Diese Einschätzung beruht auf der Empfehlung der WHO. In Deutschland wird diese Gruppe auf etwa 22,5 Millionen Menschen beziffert. Gleichzeitig wird betont, dass jeder Versicherte, der nicht zur Risikogruppe gehört und geimpft werden will, Anspruch darauf hat.

Die Kassen werden dazu verpflichtet, ihre Versicherten über die Impfung zu informieren. Auch tragen die Kassen die Kosten für die Impfung. Das BMG rechnet mit etwa 600 Millionen Euro. Würden alle Bundesbürger geimpft, gehen Experten von Kosten in Höhe von zwei Milliarden Euro aus. Der Entwurf empfiehlt, dass die Gesundheitsdienste der Länder die Impfungen koordinieren. Der Impfstoff solle nach Auslieferung an die Länder in deren Verfügungsgewalt bleiben. Bis zum 4. August beraten die Länder über den BMG-Entwurf.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
"Es wird wohl viele Pandemiewellen geben"

Lesen Sie auch:
"Keine Immunität nach milder H1N1-Infektion"

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »