Ärzte Zeitung, 28.07.2009

Streit um Fonds für Impfung gegen H1N1

Foto: GSK / www.fotolia.de

Streit um Fonds für Impfung gegen H1N1

BERLIN(HL). Ein Teil der Krankenkassen - insbesondere die Verbände der Ersatz- und Innungskrankenkassen - wehren sich dagegen, über einen bei den Ländern zu bildenden Fonds an den Kosten der Schutzimpfung gegen Schweinegrippe beteiligt zu werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu eine Rechtsverordnung erarbeitet. Bis zum 4. August müssen Länder und der GKV-Spitzenverband Stellung nehmen. Kernstück: Gesetzliche und private Kassen sowie die Beihilfe zahlen entsprechend der bei ihnen versicherten Mitglieder in einen Fonds, der bei den Ländern angesiedelt ist. Der Staat würde damit die gesamten Kosten - auch der Bevorratung für etwa 50 Millionen Impfdosen - an das gesamte Versicherungssystem überwälzen. Kostenpunkt für die Kassen: 700 Millionen Euro.

Ein weiterer Streitpunkt könnte sein: Die Kassen wollen, dass möglichst nur der öffentliche Gesundheitsdienst die Impfungen durchführt. Das Kalkül: Die knappen Kapazitäten können die Arbeit nicht schaffen. Würden Vertragsärzte einbezogen, müssten zusätzlich Honorare fließen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Impfkosten - alle sind im Boot

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

[29.07.2009, 08:36:44]
Andreas Kaunzner 
Nette Idee, aber ...
... wer im ÖGD soll denn bei dessen aktueller personeller Besetzung die Impfungen durchführen?

Man hat den Eindruck, dass geglaubt wird in den Gesundheitsämtern seiten dutzende Kollegen gelangweilt und warten nur auf Aufgaben. Dass dort mit sehr knapper Personaldecke eine Vielzahl von Aufgaben erledigt wird und praktisch keine Kapatitäten mehr frei sind scheint nicht glaubwürdig?

Bei einer Impfaktion nur durch den ÖGD müsste man alle weiteren Aufgaben "liegen lassen" - sicherlich nicht so einfach - und auch dann wäre alleine durch den ÖGD eine solche Impfkampagne nicht zeitgerecht zu händeln.

Nooch eine Anmerkung zu den Kosten - aber auch zur Durchführung:
da ja eine große Gruppe der zu Impfenden wegen Ihrer beruflichen Tätigkeit geimpft werden, Klinikpersonal, Rettungsdienste, Feuerwehr, sicherheitsrelevante Bereiche wie Polizei etc. ist hier als Kostenträger sicher der Arbeitgeber und nicht die Krankenkasse gefragt, die Durchführung durch den BEtriebasarzt bzw. Arbeitsmediziner sollte auch selbstverständlich sein... zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »