Ärzte Zeitung, 14.08.2009

Kommentar

Bricht schon jetzt das Chaos aus?

Von Michael Hubert

Noch verlaufen die Erkrankungen durch das neue H1N1-Virus mild. Das wird sich aller Voraussicht nach im Winter ändern. Einen kleinen Vorgeschmack auf das dann mögliche Geschehen gibt es bereits: Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene zweifelt am Nutzen des Händewaschens, die KV Bremen stellt die Impfungen gegen Schweinegrippe infrage.  Immer mehr selbst ernannte Experten melden sich zu Worte.

Pandemie-Bekämpfung ist Ländersache - aber wenn alle 16 Bundesländer ihr eigenes Süppchen kochen, wer muss es dann auslöffeln? Das ist klar: diejenigen, die den direkten Kontakt zu den Patienten haben. Anders ausgedrückt: Es sind - wie immer - die niedergelassenen Kollegen, allen voran die Hausärzte. Bei ihnen lassen die Patienten ihre Verunsicherung ab, auf sie prasseln deren Fragen ein.

Vielleicht kommt ja alles ganz anders mit der Schweinegrippe im Winter, was zu hoffen ist. Aber am Horizont wird das Chaos schon deutlich sichtbar.

Lesen Sie dazu auch:
Schmidt und Kassen einigen sich auf Kostenlimit für Schweinegrippe

[14.08.2009, 07:04:16]
Wilfried Soddemann 
H1N1 im Winter heftiger?
Warum soll die H1N1 Influenza im Winter bei den einzelnen Patienten heftiger verlaufen?

Die Erfahrungen von der Südhalbkugel mit der dort aktuell verlaufenden saisonalen Influenza lassen das nicht erwarten. zum Beitrag »

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