Ärzte Zeitung, 10.09.2009

H1N1: Kurzatmigkeit ist Alarmzeichen

Ohne Prävention könnten bei einer zweiten Welle viele Intensivbetten und Beatmungsgeräte notwendig sein

BASEL (sh). Für die erwartete zweite Welle der Schweinegrippe sollten ausreichend Impfstoffe und Virustatika zur Verfügung stehen, um insbesondere schwer verlaufende Fälle von Schweinegrippe zu verhindern.

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Ein Arzt befestigt ein Schild für spezielle Isolation in einer Intensivstation. Dort liegt ein Patient mit Neuer Grippe.

Foto: dpa

Dafür hat Professor Anand Kumar aus Winnipeg in Kanada plädiert, der Patienten mit schweren Verläufen der Schweinegrippe behandelt hat. Ein kleiner Prozentsatz erkrankt so schwer, dass eine Hospitalisierung, häufig mit Intensivbehandlung, nötig ist. Bei diesen Patienten kommt es zu einer viralen Pneumonie, die eine Beatmung über mehrere Wochen erfordern kann, berichtete Kumar bei einer Veranstaltung des Unternehmens Hoffmann-La Roche in Basel. Die meisten seien recht jung - im Median 40 Jahre alt - und ansonsten oft gesund, vorwiegend Frauen und Übergewichtige.

Bei Patienten, deren H1N1-Infektion sich nach dem dritten Tag nicht bessert, besteht die Gefahr, dass die Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt. Kurzatmigkeit ist nach Aussage von Kumar ein weiteres wichtiges Warnzeichen. Dieses Symptom wird normalerweise bei Grippe nicht beobachtet. Fällt die Sauerstoffsättigung im Blut - einfach mit einem Pulsoximeter messbar - unter 92 Prozent, ist das ebenfalls ein Alarmzeichen.

Nach den Erfahrungen in Kanada müssten innerhalb kurzer Zeit viele Intensivbetten und Beatmungsgeräte verfügbar sein. Innerhalb von sechs Wochen wurden dort zwischen 30 und 100 Prozent eines Jahresbedarfs an Antibiotika und Sedativa verbraucht. Die einzig wirksame Strategie ist deshalb nach Ansicht von Kumar die Prävention. Dazu gehöre ein früher und forcierter Einsatz von Impfstoffen und Virustatika, zum Beispiel die Wirkstoffe Oseltamivir oder Zanamivir.

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