Ärzte Zeitung, 24.09.2009

"Was ist in den Impfstoffen eigentlich drin?"

Umfrage der "Ärzte Zeitung" zur Schweinegrippe / Großes Interesse der Leser rund ums Thema H1N1-Impfung

Frage: Wie ist die genaue Zusammensetzung des Impfstoffs? Wie sind die möglichen Risiken der Adjuvanzien zu bewerten?

"Was ist in den Impfstoffen eigentlich drin?"

Dr. Jan Leidel, ehemaliger langjähriger Leiter des Gesundheitsamtes Köln: Nach meiner Kenntnis wird es zwei Impfstoffe geben. Pandemrix® von GlaxoSmithKline (GSK) ist ein inaktivierter Spaltimpfstoff, bei dem das Virus in Hühnereiern vermehrt wurde. Er enthält pro Dosis 3,75 µg Hämagglutinin, AS03 als Adjuvans (10,68 mg Squalen, 4,86 mg Polysorbat 80 und 11,86 mg DL-Alpha-Tocopherol) sowie 5 µg Thiomersal.

Celtura® vom Unternehmen Novartis ist ein inaktivierter Subunit-Impfstoff, bei dem das Virus auf Hundenierenzellen vermehrt wurde. Der gebrauchsfertige Impfstoff enthält pro Dosis voraussichtlich 3,75 µg Hämagglutinin und als Adjuvans MF 59 (9,75 mg Squalen, 1,175 mg Polysorbat 80 und 1,175 mg Sorbitantrioleat). Wird dieser Impfstoff in Mehrdosenbehältnissen geliefert, enthält er ebenfalls Thiomersal (25 µg).

Ob hier auch ein hühnereibasierter Impfstoff von Novartis (Focetria®) verwendet wird, ist mir nicht bekannt. Dieser Impfstoff würde pro Dosis 7,5 µg Hämagglutinin und das gleiche Adjuvans wie Celtura® (MF 59) enthalten.

Die US-Zulassungsbehörde steht squalenhaltigen Impfstoffen kritisch gegenüber, wohl wegen des theoretischen autoimmunologischen Risikos. Die europäischen Behörden halten diese Adjuvanzien für ausreichend sicher. Tatsächlich wurde MF 59 im Impfstoff Fluad® über 40 Millionen Mal ohne auffälliges Risikoprofil angewandt. Auch AS03 wurde in saisonalen Influenza-Impfstoffen bei Zehntausenden von Probanden ohne besondere Auffälligkeiten verwendet.

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