Ärzte Zeitung, 12.10.2009

Ärztefunktionäre ohne Bodenhaftung

Ärztefunktionäre ohne Bodenhaftung

Von Michael Hubert

Der Bundestag ist das höchste gesetzgeberische Organ der Bundesrepublik. Das ist so, ob nun Abgeordneten eine Nähe zu bestimmten Firmen oder Verbänden nachgesagt wird oder nicht.

Auch die Ständige Impfkommission STIKO ist kein im luftleeren Raum schwebendes, selbsternanntes Gremium. Die Kommission ist im Infektionsschutzgesetz verankert. Das ist so, egal, ob einigen Mitgliedern Industrienähe nachgesagt wird oder nicht. Die STIKO wird vom Bundesministerium für Gesundheit ernannt. Gesetzliche Aufgabe der STIKO ist es, Maßnahmen der Infektionsprophylaxe und -abwehr zu empfehlen. Und: Die Empfehlungen der STIKO gelten als medizinischer Standard. Das hat der Bundesgerichtshof schon im Jahr 2000 so entschieden.

Wenn jetzt von Ärztefunktionären Stimmung gegen die STIKO und deren Impfempfehlung gemacht wird, muss klar sein: Die STIKO-Empfehlung hat eine wissenschaftliche und gesetzliche Grundlage. Und was haben die Ärztefunktionäre?

Wenn jetzt die Pandemieprophylaxe an Funktionären scheitert, kann das nicht nur viele Leben kosten. Niedergelassenen wird über kurz oder lang dann auch das - extrabudgetär bezahlte - Impfen abhanden kommen.

 

Lesen Sie dazu auch:
Mahnungen gegen Schweinegrippe- Impfung nehmen zu
Schweinegrippe: Berliner Ärzte wollen nicht impfen
KV Bayerns wirft Hausärzteverband Dumpingpreise vor

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die meisten Schweinegrippe-Erkrankten in Deutschland sind jünger als 25 Jahre


Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »