Ärzte Zeitung, 20.10.2009

Kommentar

Keine Engpässe bei Pandemie-Impfung

Von Michael Hubert

In den vergangenen Jahren ist es bei Impfstoffen gegen die saisonale Influenza immer mal wieder zu Engpässen gekommen. Immer dann, wenn Grippewellen schwer verliefen, wollten sich plötzlich Menschen impfen lassen, die zuvor nie darüber nachgedacht hatten. Die Folge: Nicht immer reichte die Impfstoffmenge aus, die Nachfrage zu befriedigen.

Bei der Schweinegrippe-Impfung wird es wohl keine Engpässe geben. Für etwa ein Drittel der Bevölkerung wurde Impfstoff geordert. Und mehr Menschen wollen sich auch nicht impfen lassen. Das hat eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap ergeben.

Ein Grund für das Ergebnis: Die Schweinegrippe verläuft derzeit meist milde, eine Impfnotwendigkeit wird von vielen nicht gesehen. Das gilt für Patienten und Ärzte. Die Situation könnte sich ändern, wenn die Erkrankungen in der kalten Jahreszeit an Schwere zunehmen oder sich das Virus verändert. Die Länder tun daher gut daran, auch bei aktuell geringer Impfbereitschaft den Impfstoff zu behalten. Denn die Lage kann sich schnell ändern.

Wobei: Niemand, der jetzt eine breite Impfprophylaxe befürwortet, hofft ernsthaft darauf, dass sich die Lage ändert. Zwar bekäme man Recht für die Warnungen, der Preis wäre aber viel zu hoch.

Lesen Sie dazu auch:
Verteilung des Schweinegrippe-Impfstoffs hat begonnen

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