Ärzte Zeitung, 09.11.2009

Schweinegrippe: Ärztevertreter wehrt sich gegen Kritik

Zu wenig impfende Ärzte, zu lange Wartezeiten? Hausarzt sieht Politik in der Verantwortung

NEU-ISENBURG (juk). Langsam sehen sich auch niedergelassene Ärzte Kritik in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Organisationsmängel in den Praxen verhinderten die zügige Impfung der Bevölkerung gegen Schweinegrippe, heißt der Vorwurf.

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Foto: Sascha Bergmann ©www.fotolia.de

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Ärzte von ihren KVen, Ständevertretern oder Politikern dazu aufgerufen werden, sich an der Impfung gegen das H1N1-Virus zu beteiligen. Nach den Erfahrungen von Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach, Hausarzt und Vorsitzender der Ärztekammer Rhein-Sieg, wurden schon Beschwerden an Ärztekammern gerichtet, weil Praxischefs Impfungen verweigerten oder Patienten sich über zu lange Wartezeiten oder zu wenig Termine ärgerten.

Weisbach sieht die Zeit gekommen, solcher Kritik entgegenzutreten. "Der Arztberuf ist ein freier Beruf", so der Hausarzt. Wenn Kollegen nicht impfen wollten, "muss dies akzeptiert werden". Wartezeiten für die Impfungen seien momentan nicht zu vermeiden. Gerade in der jetzigen Erkältungszeit, da in den Praxen Hochbetrieb herrsche, sei der Zeitaufwand für eine große Zahl von Impfungen kaum zu bewältigen, so Weisbach. Teilweise würden die Impfungen außerhalb der normalen Sprechstunden vorgenommen - "das alles zu einem Honorar, das kaum die Kosten deckt".

Impfende Ärzte in Nordrhein-Westfalen stünden zudem vor dem Problem, dass die Vakzine nicht in ausreichender Menge vorhanden sei. Weisbach berichtet, dass er am vergangenen Freitag vom Gesundheitsamt in Siegburg die Mitteilung bekommen habe, dass die bestellten Impfportionen für die laufende Woche mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geliefert werden könnten.Zur Impfung bestellte Patienten müssten wieder nach Hause geschickt werden. "Jetzt rächt sich die Fehlentscheidung der Politiker, nur einem Anbieter den Auftrag erteilt zu haben", so Weisbach. Wie solle eine Impfung Ende Dezember nützen, wenn jetzt die Ansteckungsgefahr am größten sei, fragt der Hausarzt.

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[10.11.2009, 07:13:04]
Erika Derzbach 
Schweinegrippe: Ärztevertreter wehrt sich gegen Kritik
Was macht man, wenn man in der Praxis gegen Schweinegrippe impfen möchte, sogar ca. 30 Interessenten gewinnen konnte, den Praxisablauf optimal dafür organisiert hat, aber leider nicht zum richtigen "Verein" gehört, sprich: Kassenärztliche Vereinigung? Ich arbeite in einer hausärztlichen Privatpraxis und mein Chef bekommt den Impfstoff nicht, weil keine Kassenzulassung besteht. Wie sollen wir unsere Patienten nun impfen? Sie wollen fast alle "bei ihrem Hausarzt" geimpft werden, was nur zu verständlich ist.
Ein einziges Verwirrspiel war außerdem, in Frankfurt am Main überhaupt an Informationen zu kommen, wo es Impfstoff gibt, wie die Konditionen sind usw. Das Gesundheitsamt war hier nicht besonders hilfreich und die Medien insgesamt erst recht nicht. Schade! Nachdem wir vor ca. 2-3 Wochen herausgefunden hatten, wo man als Arztpraxis Impfstoff beziehen kann, erfuhren wir in der vergangenen Woche endlich, daß wir diesen gar nicht beziehen können, weil keine gesetzliche Kassenzulassung besteht. Ein Hoch auf die Gesundheitsadministration in Hessen! zum Beitrag »

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