Ärzte Zeitung, 12.11.2009

Jeder zehnte Schweinegrippe-Patient über 70 Jahre stirbt an der Infektion

Bei älteren Menschen ist die Schweinegrippe-Sterberate besonders hoch.

Jeder zehnte über 70 Jahre mit Schweinegrippe stirbt daran

Das Schweinegrippe-Virus unter dem Mikroskop.

Foto: CDC

NEU-ISENBURG (ikr). Menschen über 70 Jahre haben das höchste Risiko, an Schweinegrippe zu sterben. Das hat eine mexikanische Studie ergeben, in der die Daten von 6 945 mit H1N1-Infizierten anlysiert wurden (Lancet online). Insgesamt starben 63 Patienten an der Schweinegrippe, wie die Forscher aus Mexico City berichten. Am höchsten war die Sterberate mit 10 Prozent bei den über 70-Jährigen. Bei den 60- bis 69-jährigen Infizierten waren es 5,7 Prozent im Vergleich zu nur 0,9 Prozent bei den 20- bis 29-Jährigen und 0,2 Prozent bei 10- bis 19-Jährigen.

Die Rate der Schweinegrippe-Erkrankungen war hingegen bei den jungen Menschen am höchsten. Die meisten H1N1-Erkrankungen gab es bei den 10- bis 39-Jährigen. 56 Prozent, also nahezu 4 000 der Erkrankten gehörten in diese Altersgruppe.

Ein weiteres Ergebnis der mexikanischen Studie: Sechs Prozent der Todesfälle durch Schweinegrippe traten bei Schwangeren auf. Allerdings war keine der vier betroffenen Frauen gegen Schweinegrippe geimpft, und keine von ihnen war innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn mit antiviral wirkenden Substanzen wie Oseltamivir behandelt worden. Die Therapie sollte bei Schwangeren sofort nach Symptombeginn starten, empfehlen die Forscher. Außerdem sei die Impfung gegen Schweinegrippe bei Schwangeren nicht kontraindiziert.

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[12.11.2009, 15:29:35]
Dr. Gottfried Resch  reschgottfried@web.de
Verhalten von Ärzten im ärztlichen Notdienst bei "Neuer Grippe"
Es ist hinreichend bekannt, dass die "Neue Grippe" praktisch keine klinischen Unterschiede zur saissionalen Grippe zeigt.Wenn eine sofortige Th. mit Oseltamvir u.a. gefordert wird, müsste ich das praktisch bei jeder Neuerkrankung mit Fieber, Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen rezeptieren unabhängig davon, dass die Apotheken überfordert sind. Da sich selbst die Verläufe nicht von der saissonalen Grippe unterscheiden und auch der Zeitpunkt der Wirksamkeit von dieser Medikamentengruppe seltenst unterschritten wird, die "Neue Grippe" sich aber letztlich nur durch erhöhte Gefahr einer lebensbedrohlichen , sich schnell entwickelnden Pneumonie klinisch unterscheidet, sollte man dann nicht mehr prophylaktisch mit einer Antibiose beginnen, obwohl das aus bekannten Gründen bei Virusinfektionen grundsätzlich natürlich fraglich indiziert ist? Auch das Resultat eines Nasenabstriches dauert oft 2-4 Tage und wäre dann ein Ergebnis für die Statistik.  zum Beitrag »

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