Ärzte Zeitung, 17.11.2009

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Die meisten Erkrankungen an Schweinegrippe gibt es in Bayern

Bayern und hier besonders der Süden des Landes um München ist gegenwärtig in Deutschland das Epizentrum der nationalen Schweinegrippe-Epidemie. Von den in der 44. Kalenderwoche bundesweit gemeldeten 7822 neu Infizierten entfielen 4560 und damit deutlich mehr als die Hälfte auf den Freistaat.

Von Werner Stingl

MÜNCHEN. Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts zu Schweinegrippe hat Professor Frank von Sonnenburg von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München vorgestellt. Spezielle Gründe, warum momentan gerade Bayern deutlich überproportional von der neuen Grippe betroffen ist, sind nicht bekannt.

Grippe-Pandemien verliefen verschieden

Die meisten Erkrankungen an Schweinegrippe gibt es in Bayern

Atemwegsinfektionen in Deutschland in der 45. Kalenderwoche. Quelle: RKI

Befürchtungen, die Schweinegrippe könne in mehreren Wellen mit einem immer aggressiver werdenden Virus ablaufen, ließen sich zumindest aus der Vergangenheit nicht konsistent ableiten, sagte von Sonnenburg bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit in München. Einen entsprechenden epidemiologischen Verlauf zeigte nur die spanischen Grippe der Jahre 1918/19 und das vor allem in England. Bei den nachfolgenden Grippepandemien der Jahre 1957 und 1968 konnte eine wellenförmige Steigerung der Gefährlichkeit nicht beobachtet werden, wie der Experte sagte. Er verwies auf eine im August im "Journal der Amerikanischen Medizin-Gesellschaft" veröffentlichte Analyse (JAMA 302, 2009, 679).

Schweinegrippe-Virus hat sich bisher nicht verändert

Bislang habe sich das aktuelle Virus jedenfalls als stabil erwiesen und sich seit seiner Entdeckung im März 2009 nicht verändert. Dennoch wird mit Sorge betrachtet, dass es trotz eines in der großen Mehrheit milden Verlaufes auch Todesfälle bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankung gibt. Ihm seien aktuell drei Schweinegrippe-Patienten auf Münchner Intensivstationen bekannt, von denen zwei definitiv keine plausiblen Risikofaktoren hätten, so von Sonnenburg auf einem vom Unternehmen Novartis Behring unterstützten Symposium.

Auch wenn bislang insgesamt kein Anlass zur Panik bestehe, sollte man zum Eigen- und Fremdschutz den aktuellen Impfempfehlungen der STIKO folgen.

Alle gegenwärtig in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe - einschließlich der am 5. November zugelassenen adjuvantierten Spaltvakzine Celtura® von Novartis Behring sind es vier - hätten sich als gleichermaßen wirksam und sicher erwiesen, betonte von Sonnenburg.

Robert-Koch-Institut (www.rki.de) und Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de)

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