Ärzte Zeitung, 25.11.2009

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Frage im Schweinegrippe-Forum


Schweinegrippe-Impfung nach ausgeheilter Krankheit mit Fieber?

Ein Kollege fragt: Was empfehlen Sie im folgenden Fall: Ein achtjähriger Junge hatte vergangene Woche hohes Fieber, Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen über sechs Tage. Der konsultierte Hausarzt hat keine PCR auf H1N1 veranlasst (jetzt fieberfrei!). Soll das Kind jetzt noch gegen H1N1 geimpft werden? Ein Antikörpertest auf H1N1 ist meines Wissens nicht verfügbar, um sicher zu klären, ob die Neue Grippe durchgemacht wurde oder nicht. Das RKI gab die Auskunft: Auf jeden Fall impfen, da die Impfung in der Immunantwort besser sei, als die durchgemachte Infektion mit dem Wildtyp. Stimmt das?

Ergänzend hierzu fragt eine Leserin: Meine Tochter (11 Jahre) ist an der neuen Grippe erkrankt. Wir haben in der kommenden Woche einen Impftermin für die weiteren Kinder (8 und 1,5 Jahre) und uns selbst.

Sollen wir diesen wahrnehmen, auch wenn wir eventuell schon infiziert sind?

Dr. Jan Leidel: Ob der Achtjährige tatsächlich an der "Neuen Grippe" erkrankt war und ob er nun über eine Immunität verfügt, lässt sich durch relativ aufwändige Untersuchungen prinzipiell schon feststellen. Man muss prüfen, ob sich in einem Hämagglutinations-Hemmtest (HHT) mit dem H1N1/09-Virus ein ausreichender Titer nachweisen lässt. So wird auch in den klinischen Studien zum Impferfolg vorgegangen. Nun hat dieser HHT allerdings seine Tücken, Ergebnisse verschiedener Laboratorien können erheblich differieren.

Aus der Klinik auf einen Schutz zu schließen, ist problematisch. Abgesehen von der Unsicherheit der Diagnose scheint es eher fraglich, ob die oft milden und kurzen Verläufe zu einer ausreichenden Stimulierung des Immunsystems führen.

Andererseits ist es wohl richtig, dass die Impfung aufgrund des Adjuvanz eine zuverlässigere und auch breitere Immunität erzeugt als die durchgemachte Infektion. Das bedeutet, dass auch gegen zu erwartende Drift-Varianten des Virus eine Kreuzprotektion besteht.

Ich würde mich zusammenfassend der Ansicht des RKI anschließen, zumal die Impfung nicht komplikationsreicher verläuft, wenn das Kind bereits immun sein sollte.

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