Frage im Schweinegrippe-Forum

Schweinegrippe-Impfung nach ausgeheilter Krankheit mit Fieber?

Veröffentlicht:

Ein Kollege fragt: Was empfehlen Sie im folgenden Fall: Ein achtjähriger Junge hatte vergangene Woche hohes Fieber, Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen über sechs Tage. Der konsultierte Hausarzt hat keine PCR auf H1N1 veranlasst (jetzt fieberfrei!). Soll das Kind jetzt noch gegen H1N1 geimpft werden? Ein Antikörpertest auf H1N1 ist meines Wissens nicht verfügbar, um sicher zu klären, ob die Neue Grippe durchgemacht wurde oder nicht. Das RKI gab die Auskunft: Auf jeden Fall impfen, da die Impfung in der Immunantwort besser sei, als die durchgemachte Infektion mit dem Wildtyp. Stimmt das?

Ergänzend hierzu fragt eine Leserin: Meine Tochter (11 Jahre) ist an der neuen Grippe erkrankt. Wir haben in der kommenden Woche einen Impftermin für die weiteren Kinder (8 und 1,5 Jahre) und uns selbst.

Sollen wir diesen wahrnehmen, auch wenn wir eventuell schon infiziert sind?

Dr. Jan Leidel: Ob der Achtjährige tatsächlich an der "Neuen Grippe" erkrankt war und ob er nun über eine Immunität verfügt, lässt sich durch relativ aufwändige Untersuchungen prinzipiell schon feststellen. Man muss prüfen, ob sich in einem Hämagglutinations-Hemmtest (HHT) mit dem H1N1/09-Virus ein ausreichender Titer nachweisen lässt. So wird auch in den klinischen Studien zum Impferfolg vorgegangen. Nun hat dieser HHT allerdings seine Tücken, Ergebnisse verschiedener Laboratorien können erheblich differieren.

Aus der Klinik auf einen Schutz zu schließen, ist problematisch. Abgesehen von der Unsicherheit der Diagnose scheint es eher fraglich, ob die oft milden und kurzen Verläufe zu einer ausreichenden Stimulierung des Immunsystems führen.

Andererseits ist es wohl richtig, dass die Impfung aufgrund des Adjuvanz eine zuverlässigere und auch breitere Immunität erzeugt als die durchgemachte Infektion. Das bedeutet, dass auch gegen zu erwartende Drift-Varianten des Virus eine Kreuzprotektion besteht.

Ich würde mich zusammenfassend der Ansicht des RKI anschließen, zumal die Impfung nicht komplikationsreicher verläuft, wenn das Kind bereits immun sein sollte. Weitere Fragen im Schweinegrippe-Forum: Chronisch kranke Kinder bevorzugt gegen impfen? Fördert Adjuvans ALS und MS? Zwei Impfdosen bei Immunsuppression? Was tun bei starker Eiweiß-Allergie? Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Lesetipps
Der Arzt bereitet die epidurale Injektion vor.

© karrastock / stock.adobe.com

Kontroverse um epidurale Injektionen

Spritzen an der Wirbelsäule: Welche Empfehlungen jetzt für die Praxis gelten