Mittwoch, 8. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 09.12.2009

Mindert ASS Erfolg von H1N1-Impfung?

Mindert ASS Erfolg von H1N1-Impfung?

Paul-Ehrlich-Institut: "Daten aus Tierexperimenten mit COX-1-Hemmung sind nicht auf Menschen übertragbar"

COLUMBIA (hub). Mindern Schmerzmittel wie ASS, die das Enzym COX-1 hemmen, die Immunantwort? Eine Publikation mit Invitro-Experimenten und Tierversuchen deutet das an. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt Entwarnung: Auf den Menschen lassen sich die Ergebnisse nicht übertragen.

Mindert ASS Erfolg von H1N1-Impfung?

Nicht verunsichern lassen, ASS weiternehmen!

Foto: Ramona Heim©www.fotolia.de

"Das in der Publikation vorgestellte Modell ist künstlich und simuliert an Mäusen eine künstliche Infektion mit einem bakteriellen Erreger (Borrelia burgdorferi)", so das PEI auf Anfrage. "Im gesamten Artikel geht es an keiner Stelle um Untersuchungen zu Impfungen oder um eine Immunantwort auf Influenzaviren. Die Publikation ist als Hinweis auf mögliche negative Wirkungen von ASS oder Paracetamol im Zusammenhang mit der Influenza-Impfung schlichtweg nicht geeignet", so das PEI weiter. Letztlich gebe es keine verlässlichen Daten die eine Wechselwirkung zwischen ASS und Influenzaimpfung belegen oder diese ausschließen.

"Es existiert derzeit kein Hinweis, dass die Einnahme eines Schmerzmittels nach Eintreten einer schmerzhaften Impfreaktion den Erfolg einer Impfung bei Menschen reduziert", sagte Professor Ulrich Laufs vom Uniklinikum des Saarlandes zur "Ärzte Zeitung". Diesbezügliche Tier-Beobachtungen bezögen sich auf sehr hohe Dosierungen eines COX-1-Hemmers, der in dieser Form nicht bei Menschen eingesetzt wird. "Herzpatienten sollten die Impfung wahrnehmen und ihr niedrig-dosiertes ASS nicht absetzen", empfiehlt der Kardiologe. Gerade Patienten mit chronischen Herzerkrankungen profitierten besonders von einer Grippe-Impfung, da bei ihnen im Falle einer Infektion das Sterberisiko erhöht ist.

Und darum ging es in der Studie: Mäuse, bei denen das Gen für das Enzym COX-1 ausgeschaltet ist, wurden mit Borrelien infiziert. Das Ergebnis: Sie haben eine nur geringe Immunantwort auf Borrelienantigene (J Immunol 183, 2009, 5644). Und: Erhielten Wildtypmäuse einen COX-1-Hemmer in hoher Dosis, verringerte dies ebenfalls die Immunantwort auf die Borrelieninfektion.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
ASS - die neue Sau im H1N1-Dorf

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