Ärzte Zeitung, 04.04.2011

Kommentar

Wie anders sind die Schweden wirklich?

Von Michael Hubert

Die Schweden sind schon ein merkwürdiges Volk. Ihre Eigenart äußert sich zum Beispiel darin, dass sie sich massenhaft gegen die Schweinegrippe impfen ließen. Sogar Schwangere!

Was die Schweden von ihrer Unerschrockenheit haben, ist eine erhöhte Narkolepsierate - würden böse Zungen sagen. Tatsächlich ist die Rate der Erkrankung bei Geimpften viermal höher als bei Nicht-Geimpften. Das gilt aber nur für unter 20-Jährige. Das verbindet Schweden mit Finnland. Auch dort gibt es vermehrt Narkolepsie im Zusammenhang mit der H1N1-Impfung. Aber nur bei 4- bis 19-Jährigen.

Wissenschaftlich interessant ist das Thema auf jeden Fall. Denn eine Zunahme an Narkolepsiefällen in Ländern, die Pandemrix® als Schweinegrippe-Impfstoff genutzt haben, wurde nur in Finnland, Schweden und Island registriert. Ob sich am Ende genetische oder Umwelteinflüsse als (Co)Faktoren zeigen?

Es könnte auch nur die erhöhte Aufmerksamkeit durch Pandemie und neuen Impfstoff sein, die zu höheren Meldezahlen geführt hat. Es wurde halt mehr auf UAW geachtet. Und: Bei zwei der in Deutschland gemeldeten 13 Narkolepsiefälle trat die erhöhte Tagesmüdigkeit schon vor der Impfung auf.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Warum werden Schweden nach der Schweinegrippe-Impfung tagesschläfrig?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »