Ärzte Zeitung, 11.02.2005

Tuberkulose-Screening wird sehr aufwendig

Tuberkulin-Stempeltests nicht mehr auf dem Markt / Bei Mendel-Mantoux-Test ist intrakutane Injektion nötig

NEU-ISENBURG (eis). Die Tuberkulin-Stempeltests wurden vom Markt genommen, und jetzt hat auch der einzige Anbieter des Mendel-Mantoux-Tests die Produktion eingestellt. Beim Tuberkulose-Screening gibt es zur Zeit viele Unannehmlichkeiten.

Er habe mit dem Stempeltest gute Erfahrungen gemacht, hat Professor Friedrich Hofmann von der Universität Wuppertal zur "Ärzte Zeitung" gesagt. Da der Test praktisch keine falsch-negativen Resultate gehabt habe, seien so gut wie keine Tbc-Kranken übersehen worden.

Die im Vergleich zum Mendel-Mantoux-Test um etwa ein Viertel höhere Rate an falsch-positiven Ergebnissen sei bei der niedrigen Tbc-Inzidenz in Deutschland zu vertreten gewesen. Alternativ soll jetzt der Mendel-Mantoux-Test verwendet werden.

Der wird jedoch künftig nur im Ausland erhältlich sein, meldet der bisherige Anbieter Chiron Behring. Beim Mendel-Mantoux-Test muß - anders als beim Stempeltest - für jeden zu Testenden eine Spritze mit der herzustellenden Tuberkulin-Lösung aufgezogen und die Lösung intrakutan injiziert werden. Dies erfordert viel Zeit. Hofmann befürchtet, daß künftig Tests wegfallen und Tbc-Patienten nicht entdeckt werden.

Dieser Bewertung schließt sich das Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) nicht an. Wir favorisieren schon lange den Mendel-Mantoux-Test, weil er genauer ist, sagte Dr. Daniel Sagebiel vom DZK. Das Komitee setzt sich jetzt dafür ein, daß Tbc-Bluttests für Deutschland evaluiert werden.

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Um Tbc-Kranke effektiv zu behandeln, sind dringend neue Medikamente und Diagnostika nötig

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