Ärzte Zeitung, 24.03.2006

HIV läßt Tb-Inzidenz steigen

Deutliche Zunahme in Afrika / WHO-Report zum Welt-Tuberkulosetag

GENF (mut). Die Tb-Inzidenz ist im Jahr 2004 weltweit leicht gestiegen. Grund dafür ist die steigende Zahl von Erkrankungen im südlichen Afrika. In allen anderen Regionen der Welt haben Inzidenz und Prävalenz dagegen weiter abgenommen.

Ein Arzt untersucht in Neu Delhi ein Kind. In einem Projekt werden dort Tb-Kranke betreut. Foto: DAHW

Insgesamt sind im Jahr 2004 weltweit neun Millionen Menschen neu an Tuberkulose erkrankt, 1,7 Millionen Menschen starben daran, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Report zum Welt-Tuberkulosetag.

Die Tb-Inzidenz lag damit bei 140 pro 100 000 Einwohner, das war knapp ein Prozent mehr als 2003. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inzidenz 2004 bei 8 pro 100 000 und erreichte damit einen historischen Tiefstand.

Die meisten Tb-Kranken gibt es in Afrika südlich der Sahara sowie in Asien. In diesen Regionen leben 80 Prozent aller Tb-Kranken. Problematisch ist die Situation vor allem in Afrika. Dort liegt die Inzidenz in einigen Ländern über 700 pro 100 000. Ursachen, so die WHO, seien die schlechte Gesundheitsversorgung und die HIV-Epidemie: Über die Hälfte der HIV-Infizierten im südlichen Afrika hat auch Tb.

Derzeit steigt die Tb-Inzidenz nur noch in Ländern mit hoher HIV-Rate. Weltweit ist die Tb-Prävalenz seit Anfang der 90er Jahre von 300 auf 230 pro 100 000 im Jahr 2004 gefallen. Die Prävalenz ging in allen Regionen bis auf Afrika zurück. Dort stieg sie in dieser Zeit von 330 auf 550 pro 100 000.

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