Ärzte Zeitung, 11.04.2007

Neue Tuberkulose-Tests in Niedersachsen

Labortest bietet sicherere Diagnose / Gesundheitsämter müssen zuerst Brutschränke zur Prädiagnostik anschaffen

HANNOVER (cben). Das Landesgesundheitsamt Niedersachsen bietet den Gesundheitsämtern der Kommunen kostenfrei einen neuen Tuberkulose-Labortest zur Umgebungsuntersuchung von Tuberkulose-Patienten an.

Der Test diene zum Erkennen der latenten Tuberkulose bei Patienten, hieß es aus dem Landesgesundheitsamt in Hannover.

"Bisher waren wir bei den Umgebungsuntersuchungen auf die Röntgenaufnahmen angewiesen, die aber das frühe Stadium der Erkrankung nicht zeigen, oder auf Hauttests, die leicht falsch positiv sind", sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsamtes. Deshalb müssten Patienten bei einer Umkreisuntersuchung oft mehrfach zur Untersuchung erscheinen, was sehr aufwändig sei.

Der neue Bluttest muss nur einmal für eine sichere Diagnose vorgenommen werden und soll die Prozedur erleichtern. Der Bluttest wird seit Anfang des Jahres angeboten. Er soll nach dem Willen der Gesundheitsministerin des Landes, Mechthild Ross-Luttmann (CDU), zum künftigen Standard des öffentlichen Gesundheitswesens in Niedersachsen fortentwickelt werden.

Bisher seien im Landesgesundheitsamt allerdings erst wenige Blutproben (etwa 200) eingegangen, weil die Gesundheitsämter der Kommunen zunächst erst neue Brutschränke zur Prädiagnostik anschaffen müssen, hieß es.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes erkranken in Niedersachsen pro Jahr 5,2 von 100 000 Einwohnern an Tuberkulose.

Damit liegt Niedersachsen unter dem Bundesschnitt von jährlich 6,6 Erkrankten auf 100 000 Einwohner. Die Tendenz in Niedersachsen sei zurzeit weiter rückläufig, hieß es aus dem Landesgesundheitsamt.

Das öffentliche Gesundheitswesen in Niedersachsen werde aber vor allem mit Blick auf die alarmierende Tuberkulose-Situation in Osteuropa sehr wachsam sein, erklärte Ross-Luttman die Einführung der Tests trotz der unterdurchschnittlichen Rate an Neuerkrankungen im Land.

Zu der Höhe der Kosten der Tests hat das Landesgesundheitsamt Niedersachsen noch keine Angaben gemacht. Bezahlt werden sollen sie aus Steuermitteln.

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