Ärzte Zeitung, 23.11.2011

Gemeinsamer Kampf gegen Tuberkulose in Afrika

In fünf afrikanischen Ländern leben mehr als zehn Prozent aller an Tuberkulose Erkrankter weltweit. Ein neues Kooperationsprojekt soll dort die Tb-Prävention und die Behandlung der Patienten voranbringen.

DAR-ES-SALAAM (gvg). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Bristol-Myers Squibb Foundation (BMSF) haben eine auf zwei Jahre angelegte Kooperation vereinbart.

Ziel ist es, die Prävention von Tuberkulose und die Behandlung Tuberkulosekranker in den Ländern Afrikas voranzubringen.

Bewusstsein für Tuberkulose schärfen

Inhalt der Kooperation ist ein Pilotprojekt, das in Südafrika, Tansania, Kenia, Äthiopien und in der Republik Kongo stattfinden soll.

In diesen fünf Ländern leben zusammengenommen 13 Prozent aller an Tuberkulose erkrankter Menschen weltweit und 20 Prozent aller Patienten, die außer einer HIV-Infektion auch eine Infektion mit dem Tuberkulose-Erreger haben.

Durch Maßnahmen wie Aufklärungsarbeit in Frauen- und Jugendgruppen und die Einbindung traditioneller Heiler soll das Bewusstsein für die Tuberkulose geschärft und mehr Patienten früh einer adäquaten Therapie zugeführt werden.

Zielgruppe sind Minenarbeiter

Hintergrund der Vereinbarung ist unter anderem ein als sehr erfolgreich geltendes, gemeindenahes Tuberkuloseprojekt der lokalen Nichtregierungsorganisation Bambisanani in Südafrika, die von der BMSF finanziell und logistisch unterstützt wird.

Zielgruppe von Bambisanani sind Minenarbeiter in der östlichen Kapprovinz in Südafrika, bei denen Tuberkulose weit verbreitet ist.

"Todesrate durch Tuberkulose wurde gesenkt"

"Im Rahmen dieses Projekts ist es gelungen, die Zahl der behandelten und geheilten Patienten deutlich zu erhöhen und die Todesrate durch Tuberkulose zu senken", sagte BMSF-Direktorin Phangisile Mtshali Manciya bei einer Veranstaltung des BMSF-Förderprogramms Secure the Future in Dar-es-Salaam.

Konkret konnte die Zahl der Patienten, die die Tuberkulose-Behandlung vollständig durchlaufen haben, durch Einbindung der diversen gesellschaftlichen Gruppen zwischen 2005 und 2009 mehr als verfünffacht werden.

Die Zahl der geheilten Patienten wurde annähernd versechsfacht. Und die Zahl der Todesfälle ging um mehr als die Hälfte zurück.

Jetzt auch in anderen afrikanischen Ländern

Durch die Kooperation zwischen BMSF und der WHO sollen diese Erfolge jetzt auch in anderen afrikanischen Ländern reproduziert werden.

Am Ende soll außerdem eine Art Leitfaden erstellt werden, der wirksame Maßnahmen zusammenfasst, mit denen die Tuberkulose eingedämmt werden kann.

[25.12.2011, 15:10:28]
Dr. Horst Grünwoldt 
Schwindsucht
Wo sollte die Prävention der Tuberkulose wohl auch in Afrika anfangen?
Nach der allfälligen Isolierung/Sanierung/Heilung erkannter Krankheitsfälle, doch -wie überall auf der Welt- mit dem Kampf gegen Mangel- und Fehlernährung!
Schließlich findet die "Schwindsucht" oder Organtuberkulose ihren Tuberkelbakterien-Nährboden im unhygienischen Milieu besonders bei mit tierischen Eiweiß chronisch Unterversorgten Und das ist wahrhaftig bei der Jugend Schwarzafrikas ein Riesenproblem!

Insofern kann nicht nur Medizin kurativ den schon Erkrankten helfen, sondern präventiv vor allem eine angemessene Schulspeisung, die auch noch mit einem Hygiene-Unterricht verbunden sein sollte.
Und hier sollte auch die Entwicklungs-Zusammenarbeit ein weites Feld finden.
Auf der Basis von Milchpulver-Überschüssen/Spenden aus unseren gesegneten Regionen, könnte in nahezu jeder Schule Westafrikas in einem kleinen "Dairy"-Raum Joghurt als Protein-Träger für die tägliche Schulspeisung selbst erzeugt werden.
Schulprojekte des Pflanzenbaus und der Tierhaltung stehen dem natürlich nicht entgegen.
Dr. med. vet. Hort Grünwoldt (1981-83 Hygiene-Experte in Togo) zum Beitrag »

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