Ärzte Zeitung, 05.03.2015

TB

Kürzere Therapie dank hoher Dosis

Hochdosis-Rifampicin tötet einer Studie zufolge TB-Bakterien schneller ab als die Standardtherapie.

MÜNCHEN.Das PanACEA Konsortium (Pan African Consortium for the Evaluation of Antituberculosis Antibiotics) stellte auf der CROI-Konferenz (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) die Ergebnisse seiner aktuellen Phase IIb-Studie (MAMS-TB-01) vor.

Der bedeutendste Befund dieser Studie ist, dass Hochdosis-Rifampicin im Vergleich zur Standardtherapie die TB-Bakterien schneller abtötet, wie die LMU München mitgeteilt hat.

Die von der WHO empfohlene Standardtherapie (Ethambutol, Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid täglich für zwei Monate, gefolgt von Isoniazid und Rifampicin täglich für vier Monate), bedeutet eine tägliche Medikamenteneinnahme über sechs Monate.

Diese lange Dauer verursacht Patienten und Gesundheitswesen erhebliche Kosten, und wird häufig nicht bis zum Ende durchgehalten, so die LMU München. Eine kürzere Therapie könn die Belastung für Gesundheitswesen und Patienten sowie die Kosten der Therapie senken. Die PanACEA MAMS-TB-01 Studie verfolge dieses Ziel.

In der PanACEA MAMS-TB-01 Studie zeigte Hochdosis-Rifampicin  (35 mg / kg), kombiniert mit Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol in Standarddosierung, eine signifikant kürzere Zeit bis zu negativen Kulturen, mit einer für Kofaktoren korrigierten Hazard ratio von 1,75 (95% Konfidenzintervall 1,21-2,55), über die 12 Wochen andauernde experimentelle Therapie.

Die zur besseren Vergleichbarkeit mit früheren TB-Studien berechnete Hazard ratio über acht Wochen Therapie betrug 1,99, (95% Konfidenzintervall 1,21-3,29)heißt es in der Mitteilung.

Negative Kulturen nach acht Wochen Therapie seien bei 56 Prozent der Patienten im Arm mit 35 mg/kg Rifampicin gesehen worden, verglichen mit 42 Prozent der Patienten mit Standardtherapie.

Nach 12 Wochen Therapie habe das Verhältnis 80 Prozent zu 70 Prozent betragen. Kultur auf Festmedien, die als sekundärer Marker durchgeführt wurde, habe einen ähnlichen, aber weniger deutlichen Befund, gezeigt.

Der experimentelle Arm, der Moxifloxazin, Rifampicin 20mg/ kg, Pyrazinamid und Ethambutol kombiniert, zeigte der Mitteilung zufolge eine grenzwertig signifikante Verkürzung gegenüber der Standardtherapie, mit einem Hazard ratio von 1,42 (95% Konfidenzintervall 0,98 - 2,05).

Bei einer Interimsanalyse im Frühjahr 2014 wurde der Patienteneinschluss in beide Arme, die das neue Medikament SQ109 beinhalteten, gestoppt, da es sich zeigte, dass beide Kombinationen nicht die vordefinierte Hazard ratio von 1,8 in Flüssigmediumskultur erreichen würden; und damit ein Beitrag zu einer deutlich verkürzten Therapie wenig wahrscheinlich war.

Alle Patienten, die auf SQ109 begannen, blieben während Therapie und der Nachverfolgungsperiode in der Studie. Die jetzt vorliegenden Daten bestätigen die Entscheidung nach der Interimsanalyse.

Die vorläufige Analyse der unerwünschten Ereignisse habe keine Unterschiede in Nebenwirkungen zwischen experimentellen Kombinationen und Standardtherapie ergeben, so die LMU München.

In die MAMS-TB-01 Studie wurden 365 Patienten in sieben Zentren in Tansania und Südafrika eingeschlossen.

Für die Studie wurde ein innovatives, adaptives Design verwendet, das die gleichzeitige Evaluation von mehreren neuen Kombinationen und deren Vergleich mit Standardtherapie ermöglicht, und mittels Interimsanalysen erlaubt, die Evaluation von wenig erfolgreich erscheinenden Kombinationen zu einem frühen Zeitpunkt abzubrechen.

Daten über die Therapie bis Woche 26 und über die Nachverfolgung der Patienten nach Ende der Therapie werden mit den oben erwähnten Ergebnissen in der Hauptveröffentlichung der Studie präsentiert werden. (eb)

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