Ärzte Zeitung, 15.03.2016

Verdreifacht

Mehr Tbc-Fälle bei Flüchtlingen

BERLIN. Viele Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, müssen ihre Lunge röntgen lassen, um eine Tuberkulose auszuschließen.

Obwohl die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent gestiegen sind, bleibt die Krankheit hierzulande aber selten. Experten sehen trotz des Anstiegs kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin (RKI) verdreifachte sich die Zahl der Erkrankungen bei Aufnahmeuntersuchungen für Asylbewerber auf rund 1250 (Stichtag: 1. März 2016). 2014 waren es gut 400 gewesen.

Die Zahl der Tuberkulose-Fälle insgesamt stieg in Deutschland auf 5865, wie das RKI am Montag mitteilte. Erstmals seit Mitte des 20. Jahrhunderts erlebe man eine Umkehr des bisher rückläufigen Tuberkulosetrends.

"Die Strategien, die wir zur Eindämmung der Tuberkulose bisher hatten, scheinen nicht mehr zu funktionieren", wird Martin Priwitzer, Vizepräsident des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, in einer Mitteilung der dpa zitiert.

Heute gebe es zwar kaum noch Erkrankungen, allerdings seien Risikogruppen übrig geblieben, darunter alte Menschen, Suchtkranke und eben auch Zuwanderer aus Ländern mit vielen Tbc-Fällen.

Dennoch werde die Tuberkulose in absehbarer Zeit auch durch den Zuzug von Migranten nicht zu einer häufigen Infektionskrankheit in Deutschland werden, so der Experte Professor Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel. (dpa)

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