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KOMMENTAR

Riskantes Spiel mit Grippeviren

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Die letzten beiden Sars-Patienten 2003 waren Sars-Forscher. Durch Schlampereien im Labor hatten sie sich infiziert. Nicht auszudenken, wenn solche Leute mit einem Erreger hantieren, der das Potential für eine weltweite Ausbreitung hat.

Aber diese kann nicht ausgeschlossen werden. Denn eine Kombination aus Vogelgrippe- und Human-Influenzaviren soll jetzt im Labor erzeugt werden - um herauszufinden, welche Veränderungen nötig sind, damit neue Grippe-Viren die Artenbarriere überschreiten und sich von Mensch zu Mensch übertragen lassen.

So ehrenwert die Ziele sind, so nutzlos und gefährlich sind die Experimente. Denn gelingt es den Forschern nicht, die Vogelviren an Menschen anzupassen, heißt dies noch nicht, daß es die Natur nicht schafft. H5N1 würde auch weiterhin ein Risiko darstellen. Gelingt es ihnen aber, besteht die Möglichkeit, daß es zu einer weltweiten Verbreitung solcher Viren kommt.

Welche Veränderungen für einen Artwechsel nötig sind, läßt sich im Tierversuch auch mit Influenza-Stämmen klären, die keine Menschen infizieren können. Man muß dazu nicht einen humanpathogenen Erreger mit unvorhersehbaren Eigenschaften basteln.

Lesen Sie dazu auch: Forscher kreuzen Viren von Vögeln und Menschen

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