Ärzte Zeitung, 30.01.2006

Weitere Tote durch H5N1 in Indonesien

Mehr als 80 Menschen weltweit an Vogelgrippe-Virus gestorben / Impfstoff schützt Tiere

JAKARTA (eb). In Indonesien ist nach ersten Untersuchungen ein weiterer Mensch an den Folgen der Vogelgrippe gestorben. Weltweit sind damit mehr als 80 mit H5N1 infizierte Menschen gestorben. Unterdessen haben US-Forscher einen Impfstoff entwickelt, der sowohl Mäuse als auch Hühner fast vollständig vor dem Erreger schützt.

In einem Labor in Jakarta werden Proben auf das Vogelgrippe-Virus untersucht. Mindestens 14 Menschen sind dort an den Folgen der Infektion gestorben. Foto: dpa

In Jakarta wurde am Wochenende H5N1 bei einem 22 Jahre alten Geflügelverkäufer nachgewiesen, der an der Infektion starb. Die Testergebnisse müssen noch von der WHO bestätigt werden. Bislang gibt es in dem nach der Bevölkerungszahl viertgrößten Land der Erde 14 bestätigte Todesfälle durch H5N1. Die meisten Vogelgrippe-Virus-Infektionen bei Menschen gibt es in Vietnam. Von 93 Infizierten sind dort 42 gestorben.

Der von Forschern der Universität von Pittsburgh entwickelte H5N1- Impfstoff ist eine Lebendvakzine aus genetisch veränderten Adenoviren, die auf ihrer Oberfläche H5N1-Antigene tragen, wie die Uni mitteilt. Möglicherweise schütze er, auch wenn H5N1 mutiere, so die Forscher.

Die Gefahren der Vogelgrippe und das Risiko einer Pandemie sollten nach Ansicht des zuständigen UN-Koordinators David Nabarro nicht unterschätzt werden. "Wir dürfen auf keinen Fall dieselben Fehler machen wie bei der Einschätzung von Aids Mitte der 80er Jahre", sagte Nabarro beim Weltwirtschaftsforum in Davos zur dpa: "Damals hat man sich vor Panikmache gefürchtet und die Gefahren heruntergespielt. Ähnliches könnte sich auch jetzt abspielen."

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