Ärzte Zeitung, 13.02.2006

Das Vogelgrippe-Virus H5N1 hat EU-Länder erreicht

Italien und Griechenland / Ausbreitung unwahrscheinlich

ROM/ATHEN (dpa). Die Nachricht vom Nachweis des auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Schwänen in Süditalien hat in Italien und Griechenland Besorgnis ausgelöst.

Italienische Epidemiologen inspizieren einen Hühnerstall auf Sizilien. Foto: dpa

Politiker und Experten versuchten die Menschen zu beruhigen: Da es sich bei den toten Tieren um wilde Schwäne und nicht um Zuchttiere gehandelt habe, sei eine Ausbreitung des Virus im Land höchst unwahrscheinlich, hieß es in Italien.

Auch könnten die Menschen weiterhin unbesorgt Hühnerfleisch verzehren, betonte Gesundheitsminister Francesco Storace: "Es gibt gute Gründe, die Ruhe zu bewahren", sagte er. "Die Kontrollen funktionieren und wir verfügen über alle notwendigen Instrumente, um weitere Probleme zu verhindern", zitierte die Zeitung "Corriere della Sera" gestern den Minister.

In den süditalienischen Regionen Sizilien, Kalabrien und Apulien waren vor wenigen Tagen insgesamt 21 tote Schwäne gefunden worden. Mindestens fünf von ihnen waren mit dem gefährlichen H5N1-Virus infiziert, wie am Samstag bekannt geworden war.

Die Helfer von Naturschutzorganisationen, die die toten Schwäne gefunden hatten, würden eingehend untersucht und seien vorübergehend unter Quarantäne gestellt worden. Jedoch habe keiner von ihnen Anzeichen einer Erkrankung. Wahrscheinlich seien die Tiere wegen der anhaltenden Kälte in den Balkanstaaten nach Italien gekommen.

In Griechenland sind gestern die vorbeugenden Maßnahmen verschärft worden, nachdem bei drei toten Schwänen das Virus H5N1 nachgewiesen wurde. In den betroffenen Regionen nahe Thessaloniki und 60 Kilometer weiter südlich an der Küste nahe der Stadt Katerini wurden Sicherheitszonen eingerichtet. In der inneren Zone mit einem Radius von drei Kilometern darf Geflügel nicht im Freien gehalten werden.

Auch aus Bulgarien, Rumänien, Aserbaidschan und Nigeria wurden neue Ausbrüche gemeldet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »