Ärzte Zeitung, 14.02.2006

Ausgehverbot für Hühner wird vorgezogen

BERLIN (dpa). Aufgrund der zunehmenden Vogelgrippe-Gefahr in Deutschland soll die Stallpflicht vorgezogen werden. Bauern müssen ihr Geflügel voraussichtlich schon in den nächsten Tagen wieder einsperren. Auch andere EU-Staaten verschärfen ihre Schutzmaßnahmen. In Indonesien sind unterdessen zwei weitere Menschen an dem H5N1-Virus gestorben.

Nach Vogelgrippe-Fällen bei Wildschwänen in Italien und weiteren Ausbrüchen der Tierkrankheit in Osteuropa will Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) das für den 1. März geplante Freilaufverbot für Geflügel früher als geplant verhängen, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin.

Außer der vorgezogenen Stallpflicht will Seehofer prüfen, ob Geflügelmärkte vorübergehend verboten werden sollen. Zudem soll die Überprüfung von Wildschwänen in Deutschland verschärft werden. Die Wasservögel sind für das Virus H5N1 besonders empfänglich.

Frankreich faßt unterdessen eine erneute Ausweitung der Stallpflicht für Mitte der Woche ins Auge. Mitte Januar war die Stallpflicht für Geflügel bereits von 36 auf 58 der 96 Départements ausgedehnt worden.

In Indonesien stieg derweil die Zahl der an Vogelgrippe gestorbenen Menschen auf 18. Tests der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiesen das Virus bei zwei Frauen nach, die vorige Woche gestorben waren. Die beiden Frauen lebten östlich der Hauptstadt Jakarta. An der Vogelgrippe erkrankten in Asien offiziell bisher 168 Menschen, 90 starben.

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