Ärzte Zeitung, 16.02.2006

KOMMENTAR

H5N1-Virus bleibt unberechenbar

Von Thomas Müller

Daß H5N1 so früh nach Deutschland kommt, damit hatte niemand gerechnet. Eigentlich war die Ankunft der Vogelgrippe in Deutschland erst für den März oder den April befürchtet worden - dann, wenn die großen Zugvögelschwärme nach Norden aufbrechen.

Weshalb und wie das Virus jetzt, noch im Winter, die Strecke bewältigt hat, das dürfte so manchem Vogelkundler Rätsel aufgeben. Das zeigt auch, wie wenig wir derzeit über H5N1 wissen.

Beunruhigend ist jedoch, daß sich das Virus innerhalb eines Jahres über fast ganz Asien bis nach Europa ausgebreitet hat - nachdem es sieben Jahre lang nur in Südostasien gewütet hatte. Weshalb es plötzlich zu dieser schnellen Verbreitung kam, darauf weiß ebenfalls noch keine Experte eine befriedigende Antwort.

Doch wenigstens eines wissen wir sicher: Kein Mensch kann an dem Virus erkranken, solange er nicht direkt mit infiziertem oder totem Geflügel Kontakt hat. Wer nicht selbst Hühner züchtet, und wer tote Schwäne einfach liegen läßt, der hat also nichts zu befürchten.

Am meisten Grund zur Angst haben nach wie vor Geflügelzüchter. Sie müssen vor allem um ihre Tierbestände fürchten. Doch selbst Bauern dürfen hoffen, daß mit dem Ende der Vogelwanderungen der Spuk wieder verschwindet, ohne daß es in Deutschland zu einer Tier-Epidemie kommt. Denn nicht in jedem Land, in dem es zu vereinzelten Ausbrüchen kam, hat sich das Virus auch festgesetzt.

Lesen Sie dazu auch:
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Chronologie der Vogelgrippe

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