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KOMMENTAR

Langer Weg zur Pandemie-Vakzine

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Ein Impfschutz vor dem Vogelgrippe-Virus H5N1 ist nicht nur prinzipiell möglich - es erscheint jetzt auch praktikabel, große Teile der Bevölkerung dagegen zu impfen. Denn mit einem Adjuvans läßt sich die benötigte Antigendosis einer Vakzine um den Faktor Drei reduzieren. Und eine geringe Antigendosis ist dringend nötig, wenn man bei einer Pandemie in kurzer Zeit genug Impfdosen für die Bevölkerung produzieren will.

Allerdings, und das ist die weniger gute Nachricht aus der jetzt publizierten französischen Studie, braucht man auch mit dem adjuvantierten Impfstoff noch viermal mehr Antigen als mit einer saisonalen Influenza-Vakzine.

Das Ziel, einen geeigneten Pandemie-Impfstoff zu entwickeln, hat man also noch nicht ganz erreicht. Mit verbesserten Adjuvantien und mit einem Ganzkeim- statt einem Spalt-Impfstoff läßt sich die Antigendosis vielleicht weiter senken. Die ersten Studien mit solchen Vakzinen haben begonnen. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.

Doch auch mit einer weiter optimierten Pandemie-Vakzine ist wohl kein kompletter Impfschutz möglich. In der französischen Studie wurden selbst mit der höchsten geprüften Dosis von H5N1-Hämagglutinin nur ein Fünftel der Antikörper-Titer erreicht, die bei einer saisonalen Grippe-Vakzine üblich sind.

Damit könnte man vermutlich nicht jeden Geimpften vor einer Erkrankung bewahren. Wenn es ihn jedoch vor einem tödlichen Verlauf schützt, hat die Vakzine ihren Zweck erfüllt.

Lesen Sie dazu auch: Erfolg mit Impfstoff gegen das H5N1-Virus

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