Ärzte Zeitung, 06.06.2006

RKI: Pandemie-Risiko derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht

BERLIN (ple). Durch die jüngste Häufung von Vogelgrippe-Kranken in Indonesien (wir berichteten) hat sich die Einschätzung des Risikos für die Entstehung eines neuen Influenza-Virus, das eine Grippe-Pandemie auslösen kann, nicht geändert. Das betont das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die Erkrankungen seien innerhalb eines Familienverbundes mit sehr engem Kontakt der Betroffenen aufgetreten. Eine Änderung der Situation sei nur dann gegeben, wenn H5N1 die Fähigkeit erlangt, sich effizient von Mensch zu Mensch auszubreiten. Darüber sei jedoch noch nichts bekannt.

Das RKI und die WHO weisen aber darauf hin, daß das Pandemie-Risiko derzeit so hoch sei wie seit Jahrzehnten nicht. Das Virus könne durch ständige Genom-Änderungen oder - schlagartig - durch den Austausch von Genen mit humanen Influenzaviren die Fähigkeit erlangen, effektiver als bisher Menschen zu infizieren und vor allem effizient von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. H5N1 kann von Nutzgeflügel, aber auch von Wildvögeln übertragen werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »