Ärzte Zeitung, 05.05.2010

In Risikoregionen fehlt oft FSME-Schutz

Plädoyer für verstärkte Aufklärung zur Impfung / Torwart-Legende Sepp Maier geht mit gutem Beispiel voran

MÜNCHEN (wst). Nach der Diskussion über die Impfung gegen Schweinegrippe sehen Experten jetzt die Compliance beim FSME-Schutz in Gefahr. Gegen Impfmüdigkeit müsse daher mit verstärkter Aufklärung vorgegangen werden.

In Risikoregionen fehlt oft FSME-Schutz

Je länger die Zecke saugt, desto höher das Risiko.© Ste2.0 / fotolia.com

Das Risiko, in Deutschland schwer an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zu erkranken, mag gering sein. Angesichts wirksamer, preisgünstiger und nebenwirkungsarmer Impfstoffe sei aber jeder Betroffene einer zu viel, hat Dr. Nikolaus Frühwein bei einer Pressekonferenz der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V. betont. Nach vorläufigen Zahlen des Robert Koch-Instituts in Berlin wurden 2009 in Deutschland 313 Patienten mit FSME registriert, davon 130 in Bayern und 146 in Baden Württemberg. Es sei aber von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.

Wie sich die Zahlen dieses Jahr entwickeln werden, sei schwer abzuschätzen, sagte Frühwein weiter. Der vergangene harte Winter mit viel Schnee sei jedenfalls keine Garantie dafür, dass weniger Zecken in der Natur sind. Indirekt habe das Wetter aber schon einen Einfluss auf das FSME-Risiko. Denn in Endemiegebieten steigt die Zahl der Infizierten umso stärker an, je mehr Menschen sich in der Natur aufhalten.

Nach Daten der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) vom Juli 2009 haben in Bayern nur 32 Prozent der Bevölkerung einen kompletten, aktuellen Impfschutz gegen FSME. Weitere 20 Prozent sind nur unvollständig geimpft. Um diese Zahlen steigen zu lassen, müssen die Menschen auch emotional erreicht werden. Prominente, die sich impfen lassen, leisten hier als Vorbilder einen wichtigen Dienst, betonte Frühwein.

Aktuell mit gutem Beispiel voran ging auf der Münchener Veranstaltung der ehemalige Torwart der Fußball-Nationalmannschaft Sepp Maier. Der Weltmeister von 1974 spielt heute Golf und hat durch seine häufigen Aufenthalte in der Natur ein erhöhtes FSME-Risiko. Bei der Veranstaltung in München ließ er sich jetzt zum ersten Mal impfen.

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