Ärzte Zeitung, 13.02.2012

Im Februar gegen FSME impfen

Der Februar ist eine gute Zeit für die FSME-Impfung

Wer sich im Februar gegen FSME impft, kann den Schutz bis zum Beginn der Zeckensaison im Frühling aufbauen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Menschen, die in den Risikogebieten für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben oder arbeiten und dabei dem Risiko eines Zeckenstichs ausgesetzt sind, sollten sich schon jetzt dagegen impfen lassen. Dies gilt auch für Personen, die im Frühjahr oder Sommer in diesen Gebieten ihren Urlaub verbringen wollen und Outdoor-Aktivitäten in Feld, Wald und Wiese planen.

Ein kurzzeitiger Schutz für die aktuelle Saison wird durch zwei Impfungen im Abstand von ein bis drei Monaten erreicht. Für eine drei bis fünf Jahre anhaltende Immunität ist, je nach Impfstoff, eine dritte Injektion fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Dosis nötig.

Steht die Abreise in ein Endemiegebiet schon kurz bevor, kann auch noch nach einem Schnellschema geimpft werden (siehe Herstellerangaben der Impfstoffe), womit eine Schutzwirkung etwa vier bis fünf Wochen nach der ersten Dosis erreicht wird.

Kein Schutz gegen Borreliose

Die Impfung ersetzt nicht die Expositionsprophylaxe. Hierzu sind geschlossene Kleidung und Schuhe sowie Repellentien ratsam. Denn Zecken übertragen nicht nur die FSME, sondern auch die deutschlandweit verbreitete Borreliose, gegen die bisher noch kein Impfstoff verfügbar ist.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland über 400 Menschen an FSME erkrankt, fast 90 Prozent davon in Baden-Württemberg und Bayern. In Baden-Württemberg gehören inzwischen 42 von 44 Landkreisen zu den FSME-Risikogebieten.

Etwa 0,5 bis 3 Prozent der Zecken tragen dort das FSME-Virus. Auch in den Nachbarländern Schweiz, Polen und Tschechien und vor allem in Österreich besteht eine Infektionsgefahr. Darüber hinaus hat sich die FSME in den letzten Jahren vor allem in Südskandinavien und in Osteuropa erheblich ausgebreitet.

Nach dem Stich einer infizierten Zecke entwickeln etwa 30 Prozent der Menschen grippeähnliche Krankheitssymptome, bei zehn Prozent kommt es zu einer Meningoenzephalitis, bei Älteren auch zu einer Myelitis, die lang anhaltende Schäden verursachen kann.

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