Kongress, 15.04.2012

Unklare Arthritis: Borrelien-Serologie ist nicht erste Wahl

WIESBADEN (gvg). Wer bei einer unklaren Arthritis eine Lyme-Borreliose im Verdacht hat, der landet früher oder später bei der Borrelien-Serologie. Professor Lars Köhler von der Rheumatologischen Gemeinschaftspraxis Hannover warnt vor einem falschen Einsatz dieses Instruments.

"Die Seroprävalenz von Borrelien-Antikörpern bei Gesunden liegt bei etwa acht Prozent. Die Borrelien-Serologie liefert deswegen nur bei positiver Zeckenanamnese und einem passenden klinischen Befund sinnvolle Ergebnisse", so Köhler.

Der Experte hatte einige Beispiele für Serologien im Gepäck, die keine therapeutischen Konsequenzen haben sollten. So könne der als sensitiver Suchtest genutzte ELISA negativ sein, in dem zur Bestätigung durchgeführten Western Blot dann aber die p41-Bande positiv ausfallen.

Dies habe nichts zu bedeuten, so Köhler. Die p41-Bande zeigt Flagellin an, das unspezifisch bei vielen Bakterien vorkommt. Relevant seien nur die borrelienspezifischen Banden.

Ebenfalls keine therapeutischen Konsequenzen bei einer Arthritis hat der ELISA-Nachweis von IgM-Antikörpern ohne IgG-Antikörper. Hier würde Köhler zunächst nicht therapieren.

"Die Arthritis gehört zur Spätphase der Lyme-Erkrankung. Der Laborbefund passt also nicht zur Klinik." Erst wenn auch IgG-Antikörper auftreten, sei eine Antibiotikatherapie indiziert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »