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Borreliose

Erneute Wanderröte ist kein Rückfall

Entwickeln Borreliose-Patienten nach Antibiotika erneut ein Erythema migrans, vermuten sie oft, dass die Therapie nicht angeschlagen hat. Dabei sind die meisten Fälle gar keine Rückfälle.

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Erythema migrans.

Erythema migrans.

© Prof. Dr. med. H. S. Füeßl, München

VALHALLA. Beim Erythema migrans handelt es sich um eine frühe Manifestationsform der durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose. In der Regel bringt eine zwei- bis vierwöchige orale bzw. intravenöse Antibiotikatherapie die Wanderröte zum Abklingen.

Als Richtlinien gelten die Empfehlungen der Infectious Diseases Society of America (IDSA) sowie der Deutschen Borreliose-Gesellschaft.

Dennoch gibt es Fälle, in denen die Hauterscheinung nach Jahren an derselben oder an anderer Stelle wiederkehrt. Vor allem Patienten befürchten dann vielfach ein Versagen der Therapie.

Dass dem in aller Regel nicht so ist, haben Dr. Robert B. Nadelman und sein Team vom New York Medical College in Valhalla im US-Staat New York jetzt herausgefunden.

Sie hatten in ihre Studie 17 Borreliosepatienten eingeschlossen, die mehrfach an einem Erythema migrans erkrankt und dazwischen mit der Standardtherapie behandelt worden waren (NEJM 2012; 367: 1883). Von allen Patienten lagen Genanalysen aus Haut- und Blutkulturen zum Zeitpunkt der jeweiligen Erkrankungsepisode vor.

Die Forscher bildeten daraus 22 Paare aus jeweils zwei aufeinanderfolgenden Episoden eines Erythema migrans. Bei keinem dieser Paare wurde derselbe für die Borrelieninfektion charakteristische Genotyp (ospC) zweimal identifiziert.

Bei dem wiederkehrenden Erythema migrans nach Antibiotikatherapie musste es sich also aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Reinfektion handeln.

Die Ergebnisse sind außerdem ein deutlicher Hinweis dafür, dass die Standard-Antibiotikatherapie gegen Borrelia burgdorferi wirksam ist, so Nadelman und Kollegen.

Auch Klinik und Epidemiologie sprechen den Forschern zufolge für die Hypothese der Reinfektion: Schließlich lagen die Erkrankungsepisoden in allen Fällen mindestens ein Jahr auseinander, und über 90 Prozent der Zweiterytheme waren zwischen Juni und August aufgetreten, der Haupt-Zeckensaison in den USA. (eo)

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