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Kommentar

Glaubenskrieg um Borreliose

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

In den USA wird schon von "Krieg" gesprochen und auch in Deutschland stehen sich zwei Lager gegenüber: Gestritten wird um die Borreliose.

Handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit prinzipiell guter Prognose, bei der Betroffene in aller Regel durch eine Kurzzeit-Antibiotikatherapie geheilt werden können?

Oder leiden unzählige Patienten mit Schmerzen, Erschöpfung und kognitiven Einbußen (unerkannt) an den Folgen einer chronischen Borreliose, die langfristig mit Antibiotika behandelt werden müsste?

Die Kontroverse verunsichert Ärzte und verängstigt Patienten. In den USA hat sich deswegen jetzt das unabhängige Institute of Medicine (IOM) zu Wort gemeldet.

Nach den Maßgaben der evidenzbasierten Medizin haben die Experten des IOM populäre Irrtümer über die klinischen Manifestationen und die diagnostischen Erfordernisse der Borreliose entlarvt.

Solche falschen Vorstellungen bewirken, dass unspezifische Beschwerden als Borreliosesymptome fehlgedeutet und die Patienten unnötigen Behandlungen ausgesetzt werden.

Eine Versachlichung der Diskussion tut auch in Deutschland not. Die für Ende Februar angekündigte S3-Leitlinie wird hoffentlich dazu beitragen.

Lesen Sie dazu auch: Fehldiagnose: Die neun häufigsten Irrtümer zur Lyme-Borreliose

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