Donnerstag, 2. Oktober 2014
Ärzte Zeitung, 28.01.2013

Kommentar

Glaubenskrieg um Borreliose

Von Beate Schumacher

In den USA wird schon von "Krieg" gesprochen und auch in Deutschland stehen sich zwei Lager gegenüber: Gestritten wird um die Borreliose.

Handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit prinzipiell guter Prognose, bei der Betroffene in aller Regel durch eine Kurzzeit-Antibiotikatherapie geheilt werden können?

Oder leiden unzählige Patienten mit Schmerzen, Erschöpfung und kognitiven Einbußen (unerkannt) an den Folgen einer chronischen Borreliose, die langfristig mit Antibiotika behandelt werden müsste?

Die Kontroverse verunsichert Ärzte und verängstigt Patienten. In den USA hat sich deswegen jetzt das unabhängige Institute of Medicine (IOM) zu Wort gemeldet.

Nach den Maßgaben der evidenzbasierten Medizin haben die Experten des IOM populäre Irrtümer über die klinischen Manifestationen und die diagnostischen Erfordernisse der Borreliose entlarvt.

Solche falschen Vorstellungen bewirken, dass unspezifische Beschwerden als Borreliosesymptome fehlgedeutet und die Patienten unnötigen Behandlungen ausgesetzt werden.

Eine Versachlichung der Diskussion tut auch in Deutschland not. Die für Ende Februar angekündigte S3-Leitlinie wird hoffentlich dazu beitragen.

Lesen Sie dazu auch:
Fehldiagnose: Die neun häufigsten Irrtümer zur Lyme-Borreliose

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Notfall bei Hausgeburt nicht erkannt: Haftstrafe für Ärztin

Bei einer Hausgeburt in einem Hotel in Unna kommt ein totes Mädchen zur Welt. Jetzt schicken Richter die Ärztin, die damals die Geburt begleitet hat, für mehrere Jahre hinter Gitter - und verhängen ein lebenslanges Berufsverbot. mehr »

Dallas: Klinik-Mitarbeiter erkennen Ebola-Infektion zunächst nicht

Die Ebola-Infektion bei dem Erkrankten in den USA hätte wohl viel früher diagnostiziert werden können. Mitarbeiter einer Klinik in Dallas erkannten die ersten Symptome offenbar nicht - und schickten den Mann heim. Laut CDC kam der Infizierte mit 18 Menschen in Kontakt, darunter befinden sich Kinder. mehr »

Impfschutz: Alle Register gegen Grippe ziehen!

Der nächste Grippewinter könnte deutlich stärker ausfallen als der vergangene, warnen Experten. Sie rufen jetzt zur Impfung gegen Influenza auf - und appellieren an die Ärzte, verstärkt auch Schwangere anzusprechen. mehr »