Dienstag, 7. Juli 2015
Ärzte Zeitung, 28.01.2013

Kommentar

Glaubenskrieg um Borreliose

Von Beate Schumacher

In den USA wird schon von "Krieg" gesprochen und auch in Deutschland stehen sich zwei Lager gegenüber: Gestritten wird um die Borreliose.

Handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit prinzipiell guter Prognose, bei der Betroffene in aller Regel durch eine Kurzzeit-Antibiotikatherapie geheilt werden können?

Oder leiden unzählige Patienten mit Schmerzen, Erschöpfung und kognitiven Einbußen (unerkannt) an den Folgen einer chronischen Borreliose, die langfristig mit Antibiotika behandelt werden müsste?

Die Kontroverse verunsichert Ärzte und verängstigt Patienten. In den USA hat sich deswegen jetzt das unabhängige Institute of Medicine (IOM) zu Wort gemeldet.

Nach den Maßgaben der evidenzbasierten Medizin haben die Experten des IOM populäre Irrtümer über die klinischen Manifestationen und die diagnostischen Erfordernisse der Borreliose entlarvt.

Solche falschen Vorstellungen bewirken, dass unspezifische Beschwerden als Borreliosesymptome fehlgedeutet und die Patienten unnötigen Behandlungen ausgesetzt werden.

Eine Versachlichung der Diskussion tut auch in Deutschland not. Die für Ende Februar angekündigte S3-Leitlinie wird hoffentlich dazu beitragen.

Lesen Sie dazu auch:
Fehldiagnose: Die neun häufigsten Irrtümer zur Lyme-Borreliose

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Angriffe aus dem Internet: So schützen Ärzte ihre Praxisdaten

Auf Server und Praxis-Computer liegen sensible Daten, auf die Cyber-Kriminelle gern Zugriff hätten. Ihnen kann man schon mit einfachen Mitteln Paroli bieten. mehr »

Griechenland: Versorgung mit Arzneien steht auf dem Spiel

Über 60 Prozent der Griechen haben gegen weitere Sparmaßnahmen gestimmt. Das hat auch Folgen für die ohnehin schon dramatische Gesundheitsversorgung im Land. mehr »

Vertreterversammlung: KBV will nun die Ära Köhler aufarbeiten

Ex-KBV-Chef Andreas Köhler stehen schwierige Zeiten bevor. Die VV hat am Freitag die Aufarbeitung seines Finanzgebarens beschlossen. mehr »