Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Polyzythämie senkt ASS das Risiko für Infarkte

SAN DIEGO (gvg). Die Therapie mit niedrigdosierter Acetylsalicylsäure (ASS) senkt bei Patienten mit Polycythämia vera das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Das belegt eine neue Studie, die auf dem Kongreß der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie in San Diego in Kalifornien vorgestellt wurde.

Veröffentlicht:

Die Polyzythämie ist eine myeloproliferative Erkrankung, die vor allem, aber nicht nur, die rote Blutzellreihe betrifft. Überschießende Zellbildung führt dabei zu einer Hyperkoagulabilität mit Thromboseneigung und einer erhöhten Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse. Die Erkrankung verläuft lange Zeit symptomarm. Bei überschießenden Hämatokritwerten werden die Patienten üblicherweise mit Aderlässen behandelt.

In der ECLAP-Studie (Efficacy and Safety of Low Dose Aspirin in Polycythemia Vera) bekamen nun 512 Polyzythämie-Patienten aus zwölf europäischen Ländern, die zuvor nicht antithrombotisch behandelt worden waren, entweder täglich 100 mg ASS oder Placebo.

Durch diese Therapie ließ sich über vier Jahre die Risiko, an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall zu sterben, um fast sechzig Prozent senken. Um etwas mehr als die Hälfte verringerten sich auch die Raten von Thrombosen sowie von nicht-tödlichen Infarkten und Schlaganfällen.

"Diese Ergebnisse zeigen den erheblichen Nutzen einer ASS-Behandlung bei Polyzythämie und legen nahe, ASS allen entsprechenden Patienten, die keine Kontraindikationen aufweisen, zu empfehlen", sagte der Studienleiter Dr. Raffaele Landolfi, Internist an der römischen "Università Cattolica" in seinem Vortrag in San Diego.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss

Aktive Überwachung

Prostatakrebs: Urintest kann Biopsien ersparen

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Robert Koch-Institut

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Lesetipps
Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Viele Gespräche, sich viel Zeit nehmen – das setzt eine Suizidassistenz voraus.

© Lumos sp / stock.adobe.com

Begleitetes Sterben

Suizidassistenz gewinnt Bedeutung in deutschen Hausarztpraxen