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Neue Arznei unterstützt antiemetische Therapie

BERLIN (nsi). Mit dem Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten Aprepitant gelingt die Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei einer Krebs-Chemotherapie besser als bisher. In Kombination verstärkt die Arznei, die seit Anfang dieses Jahres erhältlich ist, die Wirksamkeit anderer Antiemetika.

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Manchmal reicht schon eine einzige, schlimme Erfahrung von Krebspatienten mit Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie, um die weitere Behandlung mit Zytostatika zu erschweren. Sie müssen sich schon vor der nächsten Therapie übergeben. Bei manchen ist die Angst vor Emesis und Nausea so groß, daß sie eine weitere Chemotherapie ablehnen.

Bei der Prävention von Übelkeit und Erbrechen, induziert durch Chemotherapie (CINE), sahen die Ärzte beim Deutschen Krebskongreß in Berlin noch Defizite. Das Risiko für CINE werde oft noch unterschätzt, so Professor Petra Feyer, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Vivantes-Klinikum Berlin-Neukölln bei einem Symposium von MSD.

24 Ärzte und Krankenschwestern mehrerer Krebszentren wurden in der ANCHOR-Studie (Akronym für Anti Nausea ChemOtherapy Registry) gefragt, wie sie das CINE-Risiko für 300 Krebspatienten einschätzten. 80 Prozent der Patienten erhielten eine Chemotherapie mit mittlerem emetogenem Potential (Häufigkeit von CINE zwischen 30 bis 60 Prozent). Die Einschätzung verglichen die Forscher mit der tatsächlichen Häufigkeit der Beschwerden.

Für die akute CINE (innerhalb von 24 Stunden) verschätzte sich das onkologische Personal um 15 bis 20 Prozent: Um diesen Prozentsatz traten Erbrechen und Übelkeit häufiger auf als vermutet. Bei verzögerter CINE, Beschwerden am zweiten Tag nach der Chemotherapie oder später, unterschieden sich die Einschätzungen noch stärker, nämlich zwischen 25 (Übelkeit) und 30 Prozent (Erbrechen). An der Studie hatten amerikanische und europäische Zentren teilgenommen, darunter ein deutsches.

Aber selbst wenn die Patienten eine dem Standard entsprechende Prophylaxe mit Dexamethason plus Metoclopramid oder 5-HT3-Antagonisten erhalten, läßt sich eine verzögerte CINE bei etwa der Hälfte jener Patienten nicht verhindern, die eine Chemotherapie mit hohem emetogenem Potential (wie Cisplatin oder Cyclophosphamid höher dosiert) oder auch mit mittlerem Risiko (wie Doxorubicin, Daunorubicin, Mitoxantron) erhalten. Dies sagte Privatdozent Dr. Andreas du Bois von den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden.

Der Neurokinin-1-Rezeptorantagonist Aprepitant (Emend®) verstärke in Kombination mit Serotonin-Antagonisten und Dexamethason die vorbeugenden Effekte von Antiemetika, so du Bois. Das neue Medikament sei vor allem zur Vorbeugung verzögert auftretender Beschwerden eine wichtige zusätzliche Option: Es werde kombiniert mit Dexamethason und teilweise auch als Dreifachtherapie mit 5-HT3-Antagonisten wie Ondansetron gegeben.

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