Gemcitabin plus Carboplatin bremst Wachstum von Ovarial-Karzinomen

NEW ORLEANS (nsi). Die Kombination des Nukleosid-Analogons Gemcitabin mit Carboplatin hält das Wachstum des Tumors bei metastasiertem Eierstockkrebs drei Monate länger auf als eine Carboplatin-Monotherapie. Und: Die Frauen haben während der Kombinationstherapie eine bessere Lebensqualität und weniger Schmerzen.

Veröffentlicht:

Das sind die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die bei der 40. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in New Orleans vorgestellt worden sind. "Die Kombination Gemcitabin plus Carboplatin ist eine neue Standardtherapie für die Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die schon einmal auf eine Therapie mit Carboplatin angesprochen haben und einen Rückfall erleiden", sagte Professor Jacobus Pfisterer von der Universitätsfrauenklinik in Kiel.

In der prospektiven, randomisierten Studie wurde geprüft, ob die Kombination aus Gemcitabin und Carboplatin einer Monotherapie mit dem Platinderivat überlegen ist. 356 Frauen mit einem Tumorrezidiv hatten teilgenommen. Sie waren operiert und zunächst mit einer platinhaltigen Chemotherapie behandelt worden. Die eine Hälfte der Studienteilnehmerinnen erhielt Gemcitabin plus Carboplatin, die Patientinnen aus der Vergleichsgruppe erhielten Carboplatin allein.

47 Prozent der Frauen im Studienarm mit der Kombinationstherapie sprachen auf die Behandlung an, aber nur 31 Prozent der Patientinnen aus der Gruppe, die Carboplatin allein erhielten. Dieser Unterschied sei statistisch signifikant, sagte Pfisterer. Die Zeit bis zum erneuten Wachstum des Tumors betrug 8,6 Monate in der Gruppe mit der Kombitherapie und 5,8 Monate bei einer Monotherapie mit Carboplatin.

Bei den Patientinnen mit der Kombitherapie besserte sich die Lebensqualität während der Behandlung deutlich, und die krankheitsassoziierten Beschwerden wie Bauchschmerzen nahmen ab, wie Pfisterer berichtet hat. In der Vergleichsgruppe hätten sich diese Parameter dagegen nicht statistisch signifikant verändert.

"Unerwünschte Wirkungen wie Neuropathie und Haarausfall sind bei der Kombination aus Gemcitabin und Carboplatin geringer als bei Behandlung mit einem Taxan und Carboplatin, ebenfalls einer Standardtherapie für diese Patientengruppe", so Pfisterer. Frauen, die zuvor mit einem Taxan behandelt wurden und bestimmte unerwünschte Effekte vermeiden wollten, könne man jetzt Carboplatin plus Gemcitabin anbieten.

Gemcitabin ist seit wenigen Tagen für die Therapie von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die vorher mit Paclitaxel behandelt worden sind, zugelassen. Weitere Indikationen sind das metastasierte Mamma-Ca nach Behandlung mit einem Anthrazyklin, metastasiertes Pankreas-Ca, das fortgeschrittene nicht-kleinzellige Bronchial-Ca (in Kombination mit Cisplatin) und Harnblasenkrebs.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gehäufte Infektionen in Südengland

Meningitis B: Das sind Warnzeichen – das ist zu tun

Lesetipps
Eine Ärztin zieht eine Impfung auf, eine ältere Frau sieht sich die Spritze an.

© Angelov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen