Forschung und Praxis, 30.07.2004

Progression von HNO-Tumoren wird verzögert

Fortschritte gibt es für Patienten mit inoperablen Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich: Mit einer Docetaxel-basierten Chemotherapie verlängert sich die Lebenszeit bei zugleich verbesserter Verträglichkeit im Vergleich zur Standardtherapie. Zum Teil ließen sich die Tumoren auch resezieren.

Die Prognose von Patienten mit HNO-Plattenepithelkarzinomen ist äußerst schlecht. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liege unter zehn Prozent, sagte Professor Jan B. Vermorken von der Universität Antwerpen in Belgien. Die Standardbehandlung besteht in einer Chemotherapie, etwa mit Cisplatin und 5-Fluorouracil (5-FU), gefolgt von einer Strahlentherapie.

Docetaxel-basierte Therapie wurde besser vertragen

Die Wirksamkeit dieses Standardregimes ist in einer Phase-III-Studie mit 358 Patienten mit inoperablen HNO-Plattenepithelkarzinomen mit jener der Dreierkombination aus Docetaxel (Taxotere®), Cisplatin und 5-FU verglichen worden, gefolgt von einer Bestrahlung, berichtete Vermorken bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Aventis während des ASCO.

Die Dreierkombination verhinderte die Krankheitsprogression länger als ein Jahr (12,7 Monate). Die Patienten mit Standardtherapie lebten durchschnittlich 8,4 Monate, ohne daß das Tumorwachstum fortschritt. Die Gesamtüberlebensrate betrug 14,5 Monate unter Standardtherapie und 18,6 Monate mit der Dreierkombination, auf die fast 70 Prozent der Patienten angesprochen hatten.

Die Verträglichkeit der Dreierkombination war besser als die der Standardtherapie. Zwar traten bei zwölf Prozent der Patienten unter dem Docetaxel-basierten Regime Alopezien sowie mehr schwere Neutropenien auf. Allerdings waren Stomatitiden, Übelkeit und Erbrechen sowie Diarrhöen signifikant seltener. Das galt auch für schwere Anämien (Standardtherapie: 12 Prozent, Dreierkombination: 8 Prozent) sowie schwere Thrombozytopenien (Standardtherapie: 18 Prozent, Dreierkombination: fünf Prozent). (ner)

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