Forschung und Praxis, 30.07.2004

Aprepitant auch bei moderat emetogener Chemotherapie

Zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen bei Patienten, die mit einer hochemetogenen Cisplatin-haltigen Chemotherapie behandelt werden, hat sich der Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonist Aprepitant (Emend®) bewährt. Daten einer Phase-III-Studie, die beim ASCO erstmals vorgestellt wurden, belegen, daß das Antiemetikum auch bei moderat emetogener Chemotherapie wirksam und verträglich ist.

In die Studie einbezogen wurden 866 Frauen mit Brustkrebs, die erstmals mit einer emetogenen Chemotherapie (Cyclophosphamid mit / ohne Doxorubicin oder Epirubicin) behandelt wurden. Gegen Übelkeit und Erbrechen erhielten sie entweder nur die Standardtherapie (Ondansetron plus Dexamethason) oder zusätzlich Aprepitant.

Der primäre Endpunkt, definiert als kein Erbrechen und kein Bedarf an zusätzlicher antiemetischer Medikation innerhalb von fünf Tagen nach Beginn der Chemotherapie, wurde von 50,8 Prozent in der Aprepitant- und 42,5 Prozent in der Kontrollgruppe erreicht. Dabei war die Substanz der antiemetischen Standardtherapie sowohl in der akuten Phase (Tag 1) überlegen (75,7 vs. 69 Prozent) als auch in der verzögerten Phase (Tage 2 bis 5; 55,4 vs. 49,1 Prozent).

Noch klarer wurde der Vorteil der Aprepitant-Prophylaxe, wenn nur die Häufigkeit von Erbrechen analysiert wurde: Bei 75,7 Prozent kam es nicht zum Erbrechen, dagegen nur bei 58,7 Prozent in der Kontrollgruppe. Beide antiemetischen Therapien wurden ähnlich gut vertragen. (eb)

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