Ärzte Zeitung, 27.09.2004

KOMMENTAR

Auf Erfolgskurs mit tiefgefrorenem Ovar

Von Ingrid Kreutz

Jetzt ist es keine Utopie mehr: Junge Frauen, die nach einer Chemo- oder Strahlentherapie, etwa wegen eines Lymphoms oder Leukämie, infertil werden, können tatsächlich ein eigenes Kind kommen. Bei einer Frau in Belgien ist das jetzt erstmals geglückt.

Hierzu wurde vor der Krebstherapie Eierstockgewebe entnommen, tiefgefroren und einige Jahre später wieder eingepflanzt, als die Frau schwanger werden wollte.

Weltweit wird eifrig an dieser Methode gearbeitet, und es sind bereits mehrere Schwangerschaften auf diese Weise erzielt worden. Sicherlich ein Segen für die Eltern dieser Kinder. Bis dieses Verfahren jedoch einmal Routine werden wird, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern.

Fraglich ist auch, ob die Ovarien nach einer solchen Prozedur tatsächlich auf Dauer wieder funktionieren. Zu klären ist wohl außerdem, ob nicht vielleicht die Gefahr besteht, daß das zurückverpflanzte Eierstockgewebe Metastasen enthält.

Lesen Sie dazu auch:
Baby nach re-transplantiertem Ovargewebe

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