Direkt zum Inhaltsbereich

Krebs oder Hyperplasie - das klärt Spezialschall

MAGDEBURG (gwa). Die Power-Doppler-Sonographie kann bei Verdacht auf fokale noduläre Hyperplasie (FNH) die Diagnose sichern. Unter anderem das radspeichenartige Gefäßmuster in den Lebertumoren ist typisch für FNH. Weitere Untersuchungen einschließlich Punktion können den oft jüngeren Betroffenen erspart werden. Davon ist Dr. Steffen Rickes von der Universität Magdeburg überzeugt.

Veröffentlicht:

Typisch bei FNH ist aber nicht nur das Gefäßmuster, sondern auch, daß Betroffene viele Untersuchungen hinter sich haben, bis die FNH gesichert und damit die Gutartigkeit des Tumors festgestellt worden ist. "Immer wieder berichten die oft jüngeren Frauen, daß sie wegen Gallenkoliken mit Ultraschall untersucht worden sind. Dabei wurde ein Lebertumor gefunden, der dann als Ursache der Beschwerden angesehen wird", sagte Rickes zur "Ärzte Zeitung".

Die Frauen werden dann zu Computer- und Magnetresonanz-Tomographie, Szintigraphie und Punktion geschickt. "Es dauert oft Monate, bis endlich die Diagnose klar ist. Man kann sich vorstellen, was das für die Betroffenen bedeutet", sagte Rickes. Der Kollege weiß, wovon er spricht: "Zu uns kommt etwa eine Frau pro Woche wegen eines unklaren Lebertumors zur Untersuchung."

Dabei ist die Diagnose einfach, wie Rickes betont. Findet man etwa bei einer gesunden Frau zufällig einen Lebertumor, sollte eine Power-Doppler-Sonographie gemacht werden. Voraussetzungen sind ein gutes Gerät und Erfahrung. Dann sei die Diagnose FNH anhand des typischen Gefäßbefundes (radspeichenartiges Muster und niedriger Widerstand der Tumorarterien) so eindeutig, daß Rickes eine Punktion zur histologischen Beurteilung eigentlich für überflüssig hält. Ob man auf eine Histologie generell verzichten kann, muß aber noch in Studien geklärt werden, wie Rickes und seine Kollegen in einer Kasuistik zu FNH betonen (Dig Dis 22, 2004, 92).

Die Inzidenz der FNH beträgt etwa 10 zu 100 000. Frauen sind fünfmal häufiger betroffen als Männer; jüngere Frauen häufiger als ältere. "Heute geht man davon aus, daß die FNH angeboren ist und im Lauf des Lebens wächst", so Rickes. Daß hormonelle Ovulationshemmer FNH auslösen, sei nie bewiesen worden. Möglicherweise handele es sich um eine Scheinkorrelation, da jüngeren Frauen oft die Pille einnehmen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Lesetipps
Sklerenikterus bei einem älteren Patienten

© Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

Symbolbild eines Darms mit einer Lupe

© kirania / Generated with AI / Stock.adobe.com

Wandel der postoperativen Therapie

Morbus Crohn: Biologika senken das Rezidivrisiko nach Darmresektion

Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?