Ärzte Zeitung, 01.03.2005

Linezolid wirksame Alternative bei Neutropenie

Option für Krebskranke mit vermuteter oder nachgewiesener grampositiver Infektion / Vergleichsstudie mit Vancomycin

SEVILLA (rom). Linezolid bewährt sich seit längerem in der Therapie bei neutropenischem Fieber. Jetzt liegt eine Studie vor, in der die Wirksamkeit des Oxazolidinons randomisiert bei neutropenischem Fieber mit Vancomycin verglichen wurde. Die Ergebnisse sind bei einem Neutropenie-Symposium in Sevilla vorgestellt worden.

Das Antibiotikum Linezolid hat ein neuartiges Wirkprinzip und ist die erste Substanz aus der Klasse der Oxazolidinone. Es hemmt die bakterielle Eiweißsynthese von Bakterien, indem es deren Ribosomen blockiert und damit den Translationsprozeß unterbricht. Da sich der Wirkmechanismus von dem anderer Antibiotika unterscheidet, ist nicht mit Kreuzresistenzen zu rechnen.

   Grampositive Bakterien sind häufigste Infektquelle bei Neutropenie.
   

Wie Professor Branimir Jaksic von der Universitätsklinik Zagreb erläuterte, nahmen an der Studie über 600 Patienten teil. Sie hatten eine Infektion mit grampositiven Erregern, oder es bestand der Verdacht auf eine solche Infektion. Grampositive Bakterien sind die häufigsten Mikroorganismen, die neutropenische Patienten infizieren.

Die Patienten der Studie erhielten intravenös - alle zwölf Stunden - über 10 bis 28 Tage entweder 600 mg Linezolid oder ein Gramm Vancomycin. Innerhalb der Intent-to-treat-Gruppe, deren Teilnehmer alle zur Auswertung herangezogen wurden und bei denen zu Therapiebeginn eine definierte bakterielle Infektion vorlag, sei mit 6,6 versus 8,5 Tagen die Dauer bis zur Entfieberung unter Linezolid leicht signifikant kürzer gewesen, so Jaksic. Die sei auch der Fall bei den Patienten gewesen, die den mikrobiologischen Kriterien entsprachen (5,9 versus 9,1 Tage) und deren Daten klinisch auswertbar waren.

Nach Angaben von Jaksic eignet sich Linezolid als sichere und wirksame Substanz zur Therapie von Krebspatienten mit neutropenischem Fieber und mit vermuteter oder nachgewiesener grampositiver Infektion.

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