Ärzte Zeitung, 01.04.2005

Nanopartikel zerstören Hirntumoren

Aktivierte Eisenoxidteilchen

BERLIN (ugr). Nanopartikel aus Eisenoxid sind in der Lage, einen Tumor von innen heraus anzugreifen. Sie können durch ein spezielles Magnetfeld aktiviert werden und erzeugen dadurch Wärme.

Die Teilchen gelangen aufgrund ihrer speziellen Beschichtung ausschließlich in Tumorzellen, so daß umliegendes Gewebe geschont und eine beinahe nebenwirkungsfreie Behandlung erzielt werden kann. Erprobt wurde dies von Ärzten an der Charité in Berlin unter anderem bei Patienten mit Glioblastom. An diesem Hirntumor erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 2000 Menschen.

In einer ersten Studie mit 14 Patienten wurden Temperaturen von über 50 °C in selbst tief sitzenden Tumor-Arealen erreicht; die Hälfte der Patienten sprach auf die Behandlung an. Seit Jahresbeginn läuft eine zweite Studie, an der 65 Patienten mit einem rezidivierenden malignen Gliom teilnehmen. Zweck dieser Studie ist ein Wirksamkeitsnachweis der Magnetflüssigkeits-Hyperthermie entweder als Monotherapie oder in Kombination mit einer Bestrahlung.

Weitere mögliche Indikationen, die bereits klinisch geprüft werden: Rezidive eines Prostatakarzinoms nach bereits erfolgter Strahlentherapie, Rezidive vom Gebärmutterhalskarzinom sowie andere Rezidive, die kleiner als fünf Zentimeter und bereits bestrahlt wurden, zum Beispiel in der Beckenregion. Die Überwärmung dauert einschließlich der Lagerungs- und Aufwärmzeiten zwei Stunden und wird ein bis zweimal wöchentlich vorgenommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

16:10 Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »