Ärzte Zeitung, 31.05.2005

Supportivtherapie bei Krebskranken ist unverzichtbar

MÜNCHEN (sto). Der Trend zu immer aggressiveren Therapiestrategien bei der Behandlung von Krebspatienten hat zur Folge, daß auch mehr unerwünschte Wirkungen auftreten können. Die onkologische Supportivtherapie sei deshalb unverzichtbarer Bestandteil einer Krebstherapie, so die Berliner Strahlentherapeutin Professor Petra Feyer.

Übelkeit und Erbrechen seien auch heute noch belastende unerwünschte Wirkungen der Tumortherapie. Von Chemotherapie-induzierter Nausea und Emesis seien besonders Patienten, die jünger als 35 Jahre sind, sowie Frauen betroffen, erläuterte Feyer.

Auch Erfahrungen, die Patienten mit Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie gemacht haben, und die mit der Behandlung verbundene Angst zählen zu den Risikofaktoren.

Patienten mit hohem Alkoholkonsum erleiden hingegen seltener Emesis. Ein hochaggressiver Tumor, ein spätes Krankheitsstadium und eine ausgedehnte Metastasierung sind ebenfalls mit einem erhöhten emetogenen Risiko verbunden, sagte Feyer bei einer Veranstaltung des Unternehmens ribosepharm in München.

Wenn die Emesis beginnt, sind die Patienten schon zu Hause

Bei Chemotherapie-induzierter Nausea und Emesis wird zwischen einer akuten und einer verzögerten Phase unterschieden. Vor allem die verzögerte Emesis, die definitionsgemäß 24 Stunden oder später nach einer Zytostatikatherapie auftritt, werde von Ärzten und Pflegepersonal noch immer ungenügend wahrgenommen, da Chemotherapien inzwischen weitgehend ambulant gemacht würden, so Feyer. In der Regel seien die Patienten wieder zu Hause, wenn das verzögerte Erbrechen einsetzt.

Rückgrat einer antiemetischen Therapie sind die 5-HT3-Antagonisten, die in der Regel mit einem Glukokortikoid kombiniert werden. Der neue 5-HT3-Antagonist Palonosetron (Aloxi®), der jetzt, wie berichtet, zur Verfügung steht, zeichne sich durch eine wesentlich längere Halbwertszeit mit etwa 40 Stunden und durch eine höhere Rezeptoraffinität aus, sagte Feyer.

Diese pharmakokinetischen Unterschiede zu bisherigen Antagonisten führten klinisch zu einer besseren Wirksamkeit in der akuten und in der verzögerten Phase von Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie.

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